DAV Sektion Augsburg: Alpenpflanzgarten Jahresbericht
Alpenpflanzengarten 2009
Wie jedes Jahr blicken wir wieder auf eine arbeits-
doch erfolgreiche Gartensaison von Ende
Mai bis Mitte September zurück.
Bei weitgehend idealen Wetterbedingungen
konnte unsere tatkräftige Mannschaft den
ständigen Kampf gegen das Vergrasen und Verbuschen
unseres Alpengartens aufnehmen und
unermüdlich der natürlichen Sukzession trotzen:
gilt es doch, in der in die Jahre gekommenen
Anlage immer wieder offene Kies- und Schotterflächen
sog. Rohbödenstandorte für unsere alpinen
Schuttwanderer und -kriecher z.B. Bergbaldrian,
kriechendes Gipskraut, weiße Silberwurz,
Alpen-Gämskresse usw. zu schaffen. Um vor
allem den zahlreichen Orchideen- und Enzianarten
sowie den Korbblütlern ect. Luft und Licht
zu sichern muss ihre starkwüchsige Konkurrenz
wie Schafgarbe, Girsch, Wucherblume, Wiesenplatterbse
u.a. zurückgedrängt werden.
Weithin leuchteten heuer die prächtigen Blütenstände
des Gelben Enzians während Narzissenblütiges
Windröschen, Türkenbund und Wolfseisenhut
als blütenlose Stängel in den Himmel
ragten! Doch nicht Pferd, Kuh und Kalb noch
Gams suchten unseren Garten heim, sondern
allen Indizien nach der Hirsch (Cervus elaphus).
Der Losung, den Verbiß-, Tritt- und Liegespuren
nach hat er sich wohl nächtens hier eingestellt.
Nun ist guter Rat teuer ! Wir bitten um einschlägige
Tips zur „Hirschhatz“ (Riechstoffe, Hundehaare,
Schaffell, org. Dünger ?).
Auch heuer wurden routinemäßige Wartungsund
Pflegearbeiten (Umzäunung, Wegebau)
durchgeführt. Durch fortwährende Bestandsaufnahme,
Kontrolle und Sicherung suchen wir
die enorme Artenvielfalt (400) zu erhalten. Eine
umfassende und erneuerte Beschilderung soll
sie den Wanderern und Bergfreunden, unseren
Besuchern, nahebringen.
Dass ein Arbeitseinsatz auch gefährlich werden
kann, mag unsere Fahrt vom 1.Juli zeigen: bei
der Talfahrt in strömendem Regen, nach einem
kurzen, heftigen Berggewitter, versperrte uns
plötzlich ein mächtiger Baumwipfel den Weg,
ein Tanne jüngst vom Blitz gespalten. - nochmal
davongekommen!
Dank Handy und Empfang in der Füssener Hütte
sowie Wolfgangs Einsatz mit Motorsäge und Waldteufel
mussten wir nicht am Berg biwakieren.
Was erwarten wir für 2010? Eine gesunde, frohgemute
Gartentruppe, gute Fahrt mit Manfred,
unserem Mann für alle Fälle, einen wohlgesonnenen
Wettergott, viele interessierte Besucher,
mehr Aufmerksamkeit durch gezieltere Öffentlichkeitsarbeit
mit einem Gartenflyer, sowie
monatliche Einträge im Internet während der
Vegetationszeit. Allen viel Freude an unserem
Alpengarten!
Marie Lou Haberl
Änderungsstand 02-Jan-2010 22:25 HW