Klimaschutzbericht EisbärVor kurzem beschloss das Bundeskabinett die ressortabgestimmte Endfassung des Klimaschutzberichtes 2018. Der Bericht, dessen Kernaussagen seit November bekannt sind, macht es amtlich: Deutschland kommt beim Klimaschutz nicht so schnell voran wie geplant und verpasst wohl sehr deutlich seine Klimaziele für das Jahr 2020. Statt 40 Prozent weniger Treibhausgase erreicht der Bund nur 32 Prozent Minderung. Die „Klimalücke“, die Deutschland im nächsten Jahr droht, beträgt somit acht Prozentpunkte. Vor allem der Verkehr stellt ein Problem dar.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze forderte mehr Mut und Verbindlichkeit in der Klimapolitik. Schulze bekräftigte, sie werde darum ein Gesetz vorlegen, das die Einhaltung der Klimaziele verbindlicher mache. Bis 2030 sollen die Treibhausgasemissionen gegenüber 1990 um 55 Prozent verringert werden. Im Energiesektor liege mit dem Konzept der Kohlekommission für einen Ausstieg aus dem Kohlestrom ein guter Plan auf dem Tisch, sagte Schulze. Es müsse nun aber „gute Klimaschutzkonzepte“ auch für den Gebäudebereich und den Verkehr geben. Die Fortschritte bei der Minderung im Energiesektor würden durch höhere Emissionen in den Bereichen Verkehr und Gebäude zum Teil zunichtegemacht. Für den Verkehrssektor berät derzeit eine von der Regierung eingesetzte Arbeitsgruppe für mehr Klimaschutz über ein Konzept. Zuletzt waren Überlegungen aus der Arbeitsgruppe bekannt geworden, die etwa die Einführung eines generellen Tempolimits auf Autobahnen vorsehen. Das hatte heftige Debatten ausgelöst.

Situation in Bayern

Auch speziell für Bayern fordert unsere Partnerorganisation BUND Naturschutz Bayern e.V. (BN) eine Konkretisierung. „Bayern benötigt dringend ein Klimaschutzgesetz, das die Maßnahmen und die Ziele festlegt, mit denen wir in Bayern die Beschlüsse der Pariser Klimakonferenz von 2015 umsetzen. Klimaschutz darf keine Worthülse bleiben. Klimaschutz in Bayern muss für die Sektoren Strom, Wärme, Verkehr und Ernährung einen ambitionierten Reduktionspfad für Treibhausgase festlegen. Das muss in ehrlicher Verantwortung für unsere Kinder und Enkel ausgearbeitet und beschlossen werden“, so Martin Geilhufe, BN-Landesbeauftragter. Die Ziele der Klimakonferenz Paris 2015 beschreiben eine Grenzzone. Unterhalb dieser Grenzen von 1,5 bis 2 Grad Temperaturerhöhung der Erdatmosphäre könne die Wissenschaft kommende Auswirkungen des Klimawandels noch abzuschätzen. Oberhalb dieser Grenzen fehle der Wissenschaft die Basis voraussagen, was dann in einer Klimakatstrophe passieren würde. Aber Abschätzungen ließen dramatische Auswirkungen erahnen. Bei einem „weiter-so-wie-bisher“, laufen wir global in Richtung größer 3 Grad Temperaturerhöhung und mehr – in die Klimakatastrophe. Aus Sicht des BN wäre es überlebensnotwendig die Grenzen von Paris 2015 einzuhalten. Die Europäische Union und die Bundesrepublik Deutschland haben die Beschlüsse von Paris 2015 ratifiziert in 2016 - nun muss hieraus nationales verbindliches Recht werden, auch bei uns in Bayern.

Situation in der Arktis

Im arktischen Sommer schaffen es viele Eisbären nicht mehr, von ihrem Winterquartier auf Spitzbergen in die Treibeis- und Packeis-Zone der hohen Arktis zu gelangen, wo sie normalerweise reiche Beute machen können. Das liegt an der veränderten Eislage, die durch den Klimawandel schon früh im Jahr große eisfreie Flächen um den Archipel entstehen lässt. Stattdessen müssen die Eisbären ihre Nahrung auf Abfälle, Kleintiere, Vogeleier und Tierkadaver umstellen. Sehr oft verhungern die Tiere in dieser Situation. Die Zahl dieser verhungernden Tiere nimmt in jüngster Zeit beängstigend zu.