Mueder Wolf Marcus Bosch LBV Bildarchiv c75e2b7aKünftig sollen Wölfe in Ausnahmefällen zum Schutz von Weidetieren abgeschossen werden dürfen. Das sieht der „Aktionsplan Wolf“ vor, den die bayerische Staatsregierung Anfang der Woche veröffentlichte.

Mit dem Aktionsplan Wolf sollen der strenge Artenschutz beim Wolf und die Belange der Weidewirtschaft vereinbar gestaltet werden. „Die Weidetierhaltung in Bayern braucht eine klare Zukunftsperspektive“, sagte Umweltminister Thorsten Glauber. „Sie ist für den Erhalt der Kulturlandschaft unverzichtbar.“ Im Alpengebiet könne man jedoch davon ausgehen, dass der Herdenschutz teilweise nicht möglich ist – etwa wegen felsigem Untergrund. Eine Weideschutzkommission soll deshalb Weidegebiete im alpinen Bereich untersuchen und bewerten. Kommt sie zu dem Schluss, dass Herdenschutzmaßnahmen nicht durchführbar sind, ist die Entnahme eines Wolfs möglich. Eventuelle Schäden durch Wölfe sollen auch in Zukunft vollumfänglich ausgeglichen werden, heißt es weiter im Aktionsplan. Zudem kündigte die bayerische Staatsregierung ein Förderprogramm für präventive Herdenschutzmaßnahmen an.

Kritik kommt von Naturschutzverbänden. So bemängelt etwa der LBV, dass der Aktionsplan Wolf deutlich zu wenige konkrete Empfehlungen und Optionen für Tierhalter zur Prävention, zu Abläufen im Schadensfall und zum Prozedere bei der Entnahme von Wölfen beinhalte.

Detaillierte Informationen sind verfügbar unter: https://www.lbv.de/news/details/aktionsplan-wolf-veroeffentlicht/

Bild: Müder Wolf. © LBV / Marcus Bosch