Karwendel TitelbildEnde Mai, Anfang Juni veranstalteten unsere DAV-Partnersektionen München & Oberland, TAK sowie die „Arbeitsgemeinschaft alpiner Umweltschutz in der Sektion Oberland (AGUSSO)“ ein Treffen für die DAV-Naturschutzreferenten*innen und andere Naturschutzinteressierte in Hinterriß im Karwendelgebirge. Dieses Treffen fand nunmehr zum 30. Mal statt.

Auf der 4-tägigen Veranstaltung wurden Fachvorträge, Diskussionsrunden und Exkursionen rund um den Natur- und Umweltschutz im Deutschen Alpenverein geboten. Als besonders interessant für die Naturschutzarbeit in unserer DAV-Sektion Augsburg erscheinen speziell das Mobilitätsprojekt „Bergsteigerbus“, das Citizen Science-Projekt „Baumkartierung“ und die „Umweltbaustelle“ der AGUSSO. Analoge Umsetzungen wären in unseren Arbeitsgebieten denkbar.

So haben DAV, Naturpark Karwendel und DB Oberbayernbus unlängst das Interreg-Projekt „Öffentlich zum Großen Ahornboden“ realisiert: Neuartige Bushaltestellen mit naturkundlichen Informationen und hochwertigem Kartenmaterial zieren den Weg von Bad Tölz bzw. Lenggries über Hinterriß bis in die Eng. Der „Bergsteigerbus“ ist damit präsenter als vorher und die Projektpartner hoffen, mehr Bergsportler*innen zu einer klimafreundlichen Anreise zu motivieren. Nähere Informationen unter: https://www.alpenverein.de/natur/oeffentlich-zum-grossen-ahornboden_aid_33447.html. Und grundsätzlich zum „Bergsteigerbus“ unter: https://www.alpenverein.de/natur/bergsteigerbus-faehrt-wieder-in-die-eng_aid_33443.html

Naturschutz und gleichsam Wissenschaft „auf Tour“ kann man beim Baumkartierungs-Projekt des „Bayerischen Synthese-Informations-Citizen Science Portal für Klimaforschung und Wissenschaftskommunikation (BAYSICS)“ leisten. Hierbei gilt es, die höchstgelegenen Standorte von Baumarten in den Bayerischen Alpen selbst zu erkunden und deren Veränderung im Rahmen des Klimawandels nachzuvollziehen. Koordiniert wird dieses auf fünf Jahre angelegte BAYSICS-Teilprojekt TP6 von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT, Fakultät Wald und Forstwirtschaft). Eine praktische Anleitung auf dem Weg hinauf zum Hochalpkopf und weiter zur Rappenklammspitze gab Dr. Sabine Rössler von der HSWT, welche zudem Erste Vorsitzende unserer Partnerorganisation „Verein zu Schutz der Bergwelt e.V. (VzSB)“ ist. Nähere Informationen unter: https://www.bayklif.de/verbundprojekte/baysics/ und https://www.baysics.de/klimaforschung/

Der Zustand der alpinen Wege und Steige ist von großer Bedeutung: Ein intaktes Wegenetz erhöht die Sicherheit beim Bergwandern und Bergsteigen, ermöglicht vielfältige Naturerlebnisse und fördert die ökologische Sensibilität, ohne die Natur unnötig zu belasten. Die Instandhaltung von Wegen und Steigen in den Alpen wird zum größten Teil und seit Generationen von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern der Alpenvereine geleistet. Die DAV-Sektionen München & Oberland bzw. AGUSSO tragen einen erheblichen Anteil zu diesen Arbeiten bei, indem sie „Umweltbaustellen“ in namhaften Gebirgsgruppen betreuen, so gerade auch im Karwendel. Beim DAV-Treffen galt es, auf den Wegen im Laliderer Tal insbesondere sog. „Wasserauskehren“ zu errichten. Diese bestehen aus ca. 10-20 cm starken, rohen Nadelholzstangen, die schräg zum Weg eingebaut und mit Baustahlstiften fixiert werden. Hierdurch wird Wasser, das sich auf dem Weg sammelt, frühzeitig in den Hang abgeleitet, bevor es seine erodierende Wirkung voll entfalten kann. Weitere Informationen unter: https://www.alpenverein-muenchen-oberland.de/umwelt#anchor_nsux2O4jYKXaBT0zcZcCeA|horizontalTab2

Nachstehend noch einige Bildimpressionen zum DAV-Treffen im Karwendel:

Karwendel Bildblock 1Karwendel Bildblock 2Karwendel Bildblock 3Karwendel Bildblock 4Karwendel Bildblock 5Karwendel Bildblock 6Titelbild: Schönes Karwendel

Bildblock 1: Tagungsort Gasthof zur Post in Hinterriß

Bildblock 2: Beim Baumkartierungs-Projekt

Bildblock 3: Almwanderung mit botanischen Highlights

Bildblock 4: Am Rißbach – Natur und umweltverträgliche Kleinstwasserkraft

Bildblock 5: Umweltbaustelle der AGUSSO im Laliderer Tal

Bildblock 6: Der Bergsteigerbus von Hinterriß nach Eng – eine gute Variante für die „letzte Meile“

Fotos von Dr. Jochen Cantner, Hanne Cornils, Christa Hornreich, Vanessa Kunz und Roman Ossner