Müllsammelaktion in der Altstadt TitelbildTeam-Building und Partnerschaftspflege sind gerade im Natur- und Umweltschutzbereich wichtige Betätigungen, um in einer schlagkräftigen Gemeinschaft wichtige, aber oftmals unbequeme Maßnahmen durch- und umzusetzen. Gerade aus diesem Grund hat sich unsere DAV-Sektion der abschließenden Müllsammlung fürs Jahr 2019 unserer Partnerorganisation Greenpeace Augsburg angeschlossen. Zudem galt es, am Vorabend des Tages der Deutschen Einheit die Umweltstadt Augsburg für den Feiertag optisch ins rechte Licht zu rücken. Daher war das Zielgebiet der Müllsammelaktion die pittoreske Altstadt rund um den Holbeinplatz.

In den Abendstunden von 18-20 Uhr kamen 25 tatkräftige Unterstützer*innen zusammen, um vom zentralen Sammelpunkt Holbeinplatz die Altstadtstraßen und -plätze zu säubern. Für dieses Gebiet ist eigentlich der Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetrieb der Stadt Augsburg (AWS) zuständig, der sicherlich ordentliche Arbeit leistet. Gleichwohl ist die Nachhaltigkeit der Reinigung vom Abfallverhalten der Bürger*innen abhängig. Und hier liegt leider noch viel im Argen.

Gefunden wurde die üblichen Littering-Abfälle wie Einwegbecher, Flaschen, Verpackungen usw. – aber auch großvolumiger Elektronikschrott, so ein DVD-Player, ein Kleinfernseher, eine Lautsprechanlage und eine Neonröhrenbeleuchtung. Das größte Ärgernis aber war, ähnlich wie schon bei unseren vorausgegangenen Müllsammelaktionen, die Unzahl an Zigarettenkippen auf Schritt & Tritt. Gerade auf den Kopfsteinpflastern der Altstadt ist es ein schwieriges Unterfangen, die Kippen aus den Ritzen zu befördern und zu entsorgen. Hier muss man händisch vorgehen, die Reinigungsfahrzeuge des AWS können wohl nur Grobarbeit leisten.

Zigarettenabfälle verdrecken nicht nur optisch die Umwelt. Mit freigesetzten krebserregenden Chemikalien und Schwermetallen sind sie zudem eine massive Umweltgefahr für Leib und Leben. Dieses Problem existiert insbesondere in Großstädten, wo Dichte und gleichsam Anonymität der Bevölkerung soziale Kontrolle und damit umweltkonformes Abfallverhalten konterkarieren.

Gerade hinsichtlich des Ärgers mit den Zigarettenkippen hat sich in der Bundeshauptstadt Berlin vor einiger Zeit die Initiative „Die Aufheber“ gebildet. Sie fordert ein Pfandsystem für Zigarettenkippen und sammelte dafür bereits über 50.000 Unterschriften. Der Vorschlag: Zu jeder verkauften Zigarettenschachtel sollte ein Taschenaschenbecher mitgegeben werden. Wenn dieser voll zurückgebracht wird, erhält der Käufer (bzw. Kippensammler) ein Pfand von mindestens 4 € zurück. Wie wirksam ein pfandbasiertes Rückholsystem für Littering-Abfälle ist, hat das Pfandsystem für Einweggetränkeverpackungen gezeigt, welches vor 15 Jahren eingerichtet wurde. Herumumliegende Kunststoffflaschen und Getränkedosen sind seither eine Seltenheit bzw. der Zustand nur von kurzer Dauer. Pekuniäre Anreize können wirken!

Zur Initiative „Die Aufheber“ und ihrer „Petition zur Etablierung eines einheitlichen Pfandsystems auf Filterzigaretten und Zigarettenschachteln“: http://www.aufheber.de/ und speziell http://www.aufheber.de/Petition_Zigarettenpfand.pdf

Auch seitens Bundesumweltministerium (BMU) und Deutsche Umwelthilfe (DUH) gibt es Vorschläge zu Eindämmung der Zigarettenkippen, so etwa ein Strafgeld in Höhe von 200 Euro je Kippe. In Augsburg existiert bereits ein solches Strafgeld („Bußgeld von 40 € pro achtlos weggeworfene Zigarette“) – jedoch nur pro forma, da personalbedingt nicht kontrollier- und eintreibbar. Insofern wäre auch hier das benannte Pfandsystem für Zigarettenkippen eine überlegenswerte Problemlösung.

Vergleich zu allem auch noch einmal unsere Newsmeldungen:

Abschließend einige Bildimpressionen unserer Müllsammelaktion mit Greenpeace Augsburg:

Müllsammelaktion in der Altstadt Bildblock 1Müllsammelaktion in der Altstadt Bildblock 2Müllsammelaktion in der Altstadt Bildblock 3

Titelbild: Zigarettenkippen im Augsburger Kopfsteinpflaster

Bildblock 1: Zielgebiet rund um den Holbeinplatz in Augsburg. © Google Maps

Bildblock 2: Augenscheinlichste Abfallfraktion Zigarettenkippen

Bildblock 3: Weitere „Sammelerfolge“

Alle Fotos von Dr. Jochen Cantner