Spatenstich UBZ TitelbildAuf dem Gelände des Botanischen Gartens entsteht das Umweltbildungszentrum Augsburg (UBZ). In dem neuen Gebäude werden vielfältige Umweltbildungsveranstaltungen rund um die Themen Umwelt- und Klimaschutz angeboten. Außerdem wird das UBZ nach seiner Fertigstellung eines der dezentralen Informationszentren zum Augsburger Welterbe und anderer Naturschutzgroßprojekte, die in Augsburg in den kommenden Jahren anlaufen. Am 11. Februar war der Spatenstich. Die Inbetriebnahme soll ab Anfang 2022 erfolgen.

Augsburg erhält in unmittelbarer Nachbarschaft zu Botanischem Garten, Zoo und Handwerkskammer – an der Schnittstelle zwischen Stadt und Stadtwald – ein neues Umweltbildungszentrum (UBZ). Vor Beginn der Bauarbeiten fand auf dem Erweiterungsgelände des Botanischen Gartens der Spatenstich im Beisein von Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl et al. In seinem Grußwort hob er hervor: „Augsburg ist eine Stadt, in der Umwelt- und Klimaschutz sowie Nachhaltigkeit groß geschrieben werden. Unser Anspruch ist es, hier eine bundesweite Vorreiterrolle zu übernehmen und diese zu behaupten. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir den Bürgerinnen und Bürgern dieser Stadt zu diesen Themen außerschulische Bildungs- und Informationsmöglichkeiten anbieten. Das neue UBZ übernimmt dabei eine wesentliche Rolle.“

Federführend für die Baudurchführung ist das Hochbauamt der Stadt Augsburg. Die Arbeiten erfolgen in Abstimmung mit dem Amt für Grünordnung, dass die Fläche zur Verfügung stellt, und dem Landschaftspflegeverband Stadt Augsburg e.V., der als Träger der Umweltstation Augsburg als zukünftiger Nutzer das Gebäude beziehen und mit Leben füllen wird. Zentrales Element des vom Münchner Architekturbüro Hess/Talhof/Kusmierz geplanten Gebäudes ist die Verwendung von natürlichen Baumaterialien. Im Zentrum des Gebäudes liegt ein von Stampflehmwänden umschlossenes Foyer, das als Treffpunkt und als Ausstellungsfläche dienen wird. Um das Y-förmige Foyer orientieren sich drei Gebäudebereiche mit Seminarräumen, Büros sowie Lager- und Technikräumen. Die von Burger Landschaftsarchitekten aus München geplanten Außenanlagen werden sich an für Augsburg typischen Lebensräumen orientieren – es entsteht eine Heidelandschaft mit für das Lechtal typischen Bäumen und Sträuchern. Zusätzlich werden hier verschiedene Möglichkeiten ökologischer Gartengestaltung vorgestellt werden. Die Außenanlagen dienen zur Durchführung von Umweltbildungsveranstaltungen – sie laden aber auch zum Entdecken auf eigene Faust ein.

Nach seiner für Anfang 2022 geplanten Fertigstellung werden im UBZ vielfältige Bildungsangebote rund um die Schwerpunktthemen biologische Vielfalt, nachhaltige Nutzung und Landschaftsentwicklung bereitgestellt. Dabei nimmt das Thema Wasser eine wichtige Rolle ein – sowohl im Veranstaltungsangebot als auch in der Dauerausstellung. Damit wird das UBZ eines der dezentralen Informationszentren zum Augsburger Welterbe. Als weitere Funktion ist vorgesehen, das UBZ zu einem Lern- und Informationsort im Projekt „Licca liber“ zur Revitalisierung des Lechs und des LIFE-Projekts zur Renaturierung der Stadtwaldbäche zu machen. 

Für die DAV-Sektion Augsburg ergibt sich mit dem neuen UBZ die Möglichkeit, unsere Bildungsangebote im Bereich „Natur, Umwelt, Kultur“ noch stärker in die Öffentlichkeit zu bringen und zudem zu erweitern. Damit wird auch die wachsende Rolle des DAV als Naturschutzorganisation verdeutlicht.

Im Anschluss an den Spatenstich gab es für die geladenen Gäste ein „Speed-Stationenlernen“, bei welchem Architektur, Gebäudetechnik, Außengelände, Synergieeffekte, Pädagogisches Konzept und ein Blick in die Zukunft für das neue UBZ von den Fachexperten*innen im Schnelldurchlauf erläutert und dargestellt wurden.

Spatenstich UBZ Grundriss

LIFE-Projekt „Stadt-Wald-Bäche“

Bestandteil des neuen UBZ soll auch eine ganz besondere Dauerausstellung werden. Dabei handelt es sich um Exponate aus dem LIFE-Projekt „Stadt-Wald-Bäche“. Erst im letzten Jahr hat die UNESCO das historische Wassermanagementsystem der Stadt Augsburg in die Welterbe-Liste aufgenommen. Jetzt wurde auch die große Bedeutung des Stadtwaldes Augsburg als besondere Natur- und Erholungslandschaft vor den Toren einer Großstadt von der Europäischen Union gewürdigt. Das LIFE Natur-Projekt erhielt zur Jahreswende von der EU die Förderzusage. Bei dem Naturschutzprojekt, das federführend von der städtischen Forstverwaltung durchgeführt wird, sollen bis 2027 zahlreiche Maßnahmen durchgeführt werden, die zu Verbesserungen für das Gewässersystem und den damit verbundenen Lebensgemeinschaften führen. Die Stadt Augsburg hat sich gemeinsam mit dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz um die Förderung beworben. „Die grüne Lunge Augsburgs kann mit großem Schwung weiterentwickelt werden. Das Projekt ist mit einem Finanzvolumen von insgesamt 6,6 Millionen Euro eines der größten LIFE Natur-Projekte Bayerns. Augsburg ist ein Vorbild für ein herausragendes Umweltengagement von Bürgern und Verwaltung. Der Stadtwald ist eines der größten Naturschutzgebiete im Freistaat, mehr als 2.500 Arten sind hier zu Hause. Seinem Ruf als Umwelt-Hauptstadt Bayerns wird Augsburg einmal mehr gerecht", betonte Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber.

Der Stadtwald Augsburg ist Teil des Natura 2000-Schutzgebietes „Lechauen“ zwischen Königsbrunn und Augsburg. Dieses beherbergt noch letzte Reste der ehemaligen Wildflusslandschaft am Lech. Zu den charakteristischen Lebensräumen gehören insbesondere die zahlreichen Fließgewässer im Stadtwald mit einer Gesamtlänge von rund 70 Kilometern. Mit dem LIFE-Projekt soll erreicht werden, dass die Bäche für Fische besser passierbar und strukturreicher werden. Außerdem sollen die Stadtwaldbäche wie zu früheren Zeiten wieder direkt mit dem Lech verbunden werden. Mit den Umgestaltungsmaßnahmen in und an den Gewässern sollen auch die Bedingungen für typische Auwaldlebensräume und seltene Tierarten wie die Grüne Keiljungfer verbessert werden.

Nachfolgend noch einige Bildimpressionen vom Spatenstich für das UBZ und der nachfolgenden Veranstaltung „Speedstationen-Lernen“:

Spatenstich UBZ Bildblock 1

Spatenstich UBZ Bildblock 2Bild 1: Spatenstich für das Umweltbildungszentrum Augsburg, v.l.n.r.: Nicolas Liebig (Geschäftsführer Landschaftspflegeverband Augsburg und Umweltstation Augsburg), Eva Weber (2. Bürgermeisterin), Dr. Kurt Gribl (Oberbürgermeister), Reiner Erben (Umweltreferent), Anette Vedder (Amtsleiterin Grünordnung et al. und Botanischer Garten), Gerd Merkle (Baureferent)
Bild 2: Grundriss des neuen Umweltbildungszentrums Augsburg. © Stadt Augsburg
Bildblock 1: Impressionen rund um den Spatenstich für Umweltbildungszentrum Augsburg
Bildblock 2: Speed-Stationenlernen im Sozialgebäude des Botanischen Gartens zu Architektur, Gebäudetechnik, Außengelände, Synergieeffekten, Pädagogischem Konzept und Blick in die Zukunft für das neue UBZ
Alle Fotos von Dr. Jochen Cantner