PureAlps Titelbild
Das Umweltforschungsprojekt „PureAlps“ sorgt dafür, dass die Alpen sauber bleiben: Selbst in der klaren Luft über den Alpengipfeln lassen sich chemische Verbindungen messen, die vom Menschen geschaffen und potentiell gefährlich für die Umwelt sind. PureAlps untersucht in enger Abstimmung zwischen Bayern und Österreich die Anreicherung dieser Verbindungen in alpinen Ökosystemen und liefert Grundlagen für Grenzwerte und Produktions-Beschränkungen. Vor kurzem gab es dazu eine Fachtagung im Alpinen Museum des DAV.

Die Alpen stellen in Europa einen hochwertigen Rückzugsraum für viele Tier- und Pflanzenarten dar. Diese hohe Biodiversität und gleichzeitig sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrungsmittel sollen geschützt werden. Dazu überwachen Bayern und Österreich seit 2005 in einem für Gebirge weltweit einzigartigen Messprogramm den Eintrag von schwer abbaubaren Schadstoffen aus der Luft. Die Messstationen befinden sich an der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus an der Zugspitze (2.650 m) und am Sonnblick Observatorium am Hohen Sonnblick (3.106 m) in den Hohen Tauern. Überwacht werden über hundert besonders kritische und in der Regel global reglementierte Schadstoffe wie Organochlorpestizide (beispielsweise Lindan und DDT), Dioxine und halogenierte Flammschutzmittel. Die Fachtagung „Monitoring von Schadstoffen in den Alpen“, vom Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) am 19. Februar im Alpinen Museum des DAV veranstaltet, stellte die Ergebnisse der 15-jährigen Messreihen Fachleuten, Entscheidern, Interessenträgern und der interessierten Öffentlichkeit vor. Die Daten belegen Erfolge einer internationalen Chemikalienregulation und zeigen für noch unregulierte Chemikalien die Notwendigkeit derartiger Frühwarnsysteme auf. In seiner Eröffnungsrede betonte Umweltminister Thorsten Glauber die besondere Bedeutung der (Teil-)Projektierung „PureAlps“, bei welcher Schadstoffmessung, Ergebnisinterpretation und Handlungsempfehlungen für die Politiker und Entscheidungsträger Hand in Hand gehen. Hanspeter Meier, Geschäftsbereichsleiter Alpine Raumordnung auf DAV-Bundesverbandsebene, stellte bei der Tagungseröffnung die Nützlichkeit dieses Monitorings für den Erhalt unser schönen alpinen Natur- und Kulturlandschaft heraus. Im Fortgang der Schadstoffmessungen sollen künftig auch speziell der Schadstoff Quecksilber sowie die Schadstoffauswirkungen auf die Biodiversität näher untersucht werden.
Einen Fachvortrag hierzu bietet das Ressort „Natur, Umwelt, Kultur“ unserer DAV-Sektion Augsburg im Rahmen der NUK-Theorie- und Themenabende an: Am 9. März wird Dr. Gabriela Ratz (Projektleiterin PureAlps am LfU und NUK-Team-Mitglied) über „Das Unsichtbare sichtbar machen – Schadstoffmonitoring in den Alpen“ referieren. Ort: Burggrafenturm (DAV-Geschäftsstelle, Peutingerstraße 24, 86152 Augsburg). Beginn 19 Uhr. Wir bitten um zahlreiche Teilnahme!

Und einen Besuch der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus bieten wir wieder im Rahmen unserer „Besonderen Touren 2020“ an. Diese UMWELTour 2020, mit inkludiertem Bestieg der Zugspitze, findet am Freitag, den 3.7.2020, statt. Nähere Informationen demnächst im Ausbildungs- und Tourenprogramm Sommer 2020 mit Anmeldemöglichkeiten ab 1. April 2020. Achtung: begrenzte Teilnehmerzahl!

Nachstehend noch einige Bildimpressionen der interessanten Veranstaltung:
PureAlps Bildblock 1

PureAlps Bildblock 2Titelbild: Hanspeter Mair (DAV Geschäftsbereichsleiter Alpine Raumordnung) bei der Eröffnung der LfU-Fachveranstaltung „Monitoring von Schadstoffen in den Alpen“
Bildblock 1: Umweltminister Thorsten Glauber, Hanspeter Mair, Monika Mörth (Geschäftsführerin Umweltbundesamt Österreich), Claus Kumutat (LfU-Präsident)
Bildblock 2: Dr. Peter Weiss (Umweltbundesamt Österreich), Dr. Korbinian Freier (LfU, Projektleiter PureAlps), Präsentation der neuen LfU-Broschüre „PureAlps 2016-2020 – Monitoring von Schadstoffen in den Alpen“
Alle Fotos von Dr. Jochen Cantner