Bayerischer wald intaktDer „Nationalpark Bayerischer Wald“ feiert seinen 50. Geburtstag. Er wurde am 7. Oktober 1970 als erster Nationalpark Deutschlands gegründet. Seit der Erweiterung vom 1. August 1997 hat er eine Größe von 24.250 ha (242,5 km²). Er gilt zusammen mit dem benachbarten Böhmerwald  (Nationalpark Sumava, 68.064 ha) als die größte zusammenhängende Waldfläche Mitteleuropas.

Die Idee zur Schaffung eines ersten deutschen Nationalparks war bereits 1935 in Fachkreisen geboren worden. Auf Druck ostbayerischer Kommunalpolitiker und Naturschützer beschloss der Landtag am 11. Juni 1969 die Realisierung. Als Höhepunkt des Europäischen Naturschutzjahrs wurde die Verwirklichung des Parks am 7. Oktober 1970 besiegelt. Jegliche Waldbewirtschaftung oder Jagd ist im 11.000 Hektar großen Kerngebiet des Parks untersagt und auch das Betreten der Urwälder abseits der 300 Kilometer angelegten Wanderwege ist verboten.

Geschützt werden vor allem fichtenreiche Hochlagenwälder, Bergmischwälder aus Tannen, Buchen und Fichten, Aufichtenwälder in den Tälern und einige Urwaldreste. Das Nationalparkgebiet ist noch von der ehemaligen Forstwirtschaft geprägt. Als in den 1990er Jahren der Borkenkäfer große Waldflächen befiel, wurde beschlossen, nicht einzugreifen; ein Teil der Hochlagenwälder starb. Anwohner des Nationalparks diskutierten den Beschluss kontrovers. Später wurde als Kompromiss beschlossen, den Borkenkäfer im Erweiterungsgebiet zu bekämpfen.

Die höchsten Gipfel des Nationalparks sind der Große Rachel (1.453 m), der Lusen (1.373 m) und der Große Falkenstein (1.315 m) Neben den Hochwäldern erstrecken sich dort auch ökologisch wertvolle Hochmoore mit Moorseen wie dem Latschensee und ehemalige Hochweiden („Schachten“).

Mit über 700.000 Besuchern pro Jahr ist der Nationalpark ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in der strukturschwachen Region Bayerischer Wald. Groß ist insbesondere auch der Besucherandrang in einem zwei Quadratkilometer großen Tierfreigelände, in dem man mit etwas Glück Luchs, Wölfe, Bären und Uhus zu Gesicht bekommt.

Und ein Grußwort von Umweltminister Thorsten Glauber findet sich unter: https://www.youtube.com/watch?v=sD_yH3Tc-jU&feature=youtu.be und https://youtu.be/rqw25XPU2us und https://youtu.be/eFqfcMO3I_4

Bild: Naturpark Bayerischer Wald, Aufnahme zwischen Waldhäuser und Lusen. Das Bild zeigt typischen Granitboden und Mischwald mit Fichten und Buchen. © Kurt Seebauer – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=845170