FIThydroWasserkraft ist eine der wichtigsten und meistgenutzten regenerativen Energiequellen weltweit. Der große Vorteil: Anders als Windkraft und Sonnenenergie unterliegt sie nur geringen wetterbedingten Schwankungen. Allerdings ist der Einsatz von Wasserkraftwerken auch mit großen Eingriffen in die Umwelt verbunden. Flüsse werden aufgestaut, die aquatischen Lebensräume verändert, und Fische können durch die Turbinen, das Überfallwehr oder Gitter tödlich verletzt werden.

Diese Problematik beschäftigt auch unsere DAV-Sektion Augsburg, die mit den beiden Alpenflüssen Lech und Wertach unmittelbar verbunden ist. Zudem sind wir Partner in der „Augsburger Lechallianz“, welche sich seit geraumer Zeit mit der Projektierung „Licca Liber“ mit der Zielsetzung einer Renaturierung des Lechs befasst.

Aber nicht nur die Bemühungen der Naturschutzverbände, sondern insbesondere auch Regularien, unter anderem die Bestimmungen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie, sollen hierbei helfen. Vor allem ältere Wasserkraftwerke erfüllen die neuen Anforderungen oft nicht und müssen für eine erneute Zertifizierung nachgerüstet werden. Mit welchen Maßnahmen dies auch ökonomisch zu bewältigen ist, muss für jedes Kraftwerk individuell entschieden werden.

Eine Arbeitsgruppe aus 26 europäischen Forschungseinrichtungen und Unternehmen hat in dem vierjährigen EU-Projekt „FIThydro – Fishfriendly Innovative Technologies for Hydropower“ die Auswirkung der Wasserkraftwerke auf die Ökosysteme und besonders auf Fische an 17 Standorten in acht Ländern untersucht. Die Projektpartner untersuchten an den Teststandorten und in Laboren zunächst existierende Methoden, Technologien und Ansätze zur Bewertung von Auswirkungen der Kraftwerke sowie mögliche Schutzmaßnahmen. Diese Ergebnisse nutzten sie im Weiteren, um neue Methoden und Technologien zu entwickeln. Dazu gehören ein Gefährdungsindex für Fischarten, Simulationen der Fischwanderung und ein frei verfügbares Onlinetool für die Kraftwerksplanung.

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Bild: Cover Flyer „FIThydro“. © TUM