c BMU Hauke csm moor wasser lp 1200 b40dbda82c 7f1d2945Moorschutz ist ein zentraler Baustein, um das Klima zu schützen und Artenvielfalt zu erhalten. Daher beabsichtigt die Bundesregierung die Erarbeitung einer geeigneten Moorschutzstrategie. Bürgerinnen und Bürger können sich hierbei frühzeitig einbringen. Die Frist für Stellungnahmen der Öffentlichkeit zu einem vom Bundesumweltministerium erarbeiteten Diskussionspapier endet am 18. Dezember.

Das Bundesumweltministerium (BMU) wendet sich bereits in der Entwurfsphase der Moorschutzstrategie unmittelbar an die interessierte Öffentlichkeit. So haben im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung sowohl Stakeholder wie Verbände und zivilgesellschaftliche Organisationen als auch Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, Hinweise für die finale Ausarbeitung zu geben

Intakte Moore sind nicht nur landschaftlich beeindruckend, sie bieten vor allem einzigartige Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenarten. Gleichzeitig sind sie wichtige Langzeitspeicher für Kohlenstoff. Werden Moorböden für eine land- oder forstwirtschaftliche Nutzung entwässert, setzen sie diesen Kohlenstoff in Form erheblicher Mengen an Treibhausgasen frei. Daher sind Fortschritte im Moorbodenschutz dringend erforderlich, um das Ziel der Treibhausgasneutralität zu erreichen.

Mit einem Diskussionspapier stellt das Bundesumweltministerium konkrete Ziele und Maßnahmen für die Stärkung des Moorschutzes in Deutschland vor. Ein effektiver Moorschutz kann nur im Schulterschluss zwischen allen staatlichen und gesellschaftlichen Akteuren gelingen. Insbesondere braucht Moorschutz die Unterstützung derjenigen, denen die Flächen gehören und die sie bewirtschaften. Die im Diskussionspapier vorgestellten Maßnahmen zur Moorschutzstrategie beruhen auf dem Grundprinzip der Freiwilligkeit. Für die Wiedervernässung von derzeit land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen sollen kooperative Ansätze umgesetzt werden. Das Diskussionspapier des Bundesumweltministeriums steht zum Download unter www.bmu.de/DL2596 bereit. Die Öffentlichkeit kann bis zum 18. Dezember 2020 dazu schriftlich per Post oder E-Mail Stellung nehmen.

Stakeholder aus den Bereichen Natur- und Umweltschutz, Land- und Forstwirtschaft aber auch Wasser- und Energiewirtschaft, sowie Forschung und Bildung haben am 15. Dezember 2020 im Rahmen einer virtuellen Veranstaltung zusätzlich die Gelegenheit, zum Diskussionspapier zur Moorschutzstrategie Stellung zu nehmen und die Inhalte zu diskutieren.

Hintergrundinformationen

  • In Deutschland nehmen Moorböden circa vier Prozent der Bundesfläche ein, verursachen aber rd. 45 Mio t CO2äq Treibhausgasemissionen. Das entspricht mehr als einem Drittel aller Treibhausgasemissionen, die der Landwirtschaft zuzuordnen sind. Stoppen lassen sich diese Freisetzungen nur, indem die Wasserstände in den entwässerten Moorböden angehoben werden. Neben dem Schutz intakter Moore bilden daher die Wiederherstellung und die nachhaltige Bewirtschaftung von Moorböden zentrale Herausforderungen. Insbesondere soll dafür auch die Etablierung sogenannter Paludikulturen verstärkt in den Blick genommen werden, also Nutzpflanzen wie Schilf, Erlen oder Gräser, die für eine nasse Bewirtschaftung geeignet sind. Zur Erprobung und Weiterentwicklung solcher Bewirtschaftungsformen plant das Bundesumweltministerium bereits mehrere Pilotvorhaben zum Moorbodenschutz, die einen ersten Schritt zur Umsetzung der Moorschutzstrategie bilden können.
  • Weiterführende Informationen zum Thema Moorschutz findet man unter bmu.de/WS5698, zu Bürgerbeteiligungsprozessen des BMU unter www.bmu.de/WS5042.
  • Vgl. zudem auch nochmals unsere Newsmeldung „Erstes Bayerisches Klimaschutzgesetz“ vom 15.11.2020, verfügbar unter: https://www.dav-augsburg.de/aav/verein-berichte/1486-erstes-bayerisches-klimaschutzgesetz

Bild: Moorschutz. © BMU / Hauke