Aus Wald-Wild-Schongebieten werden Wildschutzgebiete
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Zum Schutz der vom Aussterben bedrohten Birk- und Auerhühner hat das Landratsamt Miesbach neue Wildschutzbereiche ausgewiesen.

Ein Teil der bisherigen Wald-Wild-Schongebiete am Spitzingsee wird nun zu Wildschutzgebieten, die vom 1. Dezember bis 14. Juli nicht betreten oder befahren werden dürfen. Konkret handelt es sich um Bereiche am Jägerkamp, Benzingspitz, Lämpersberg und an der Maroldschneid – insgesamt rund 320 Hektar Land in den Gemeinden Fischbachau, Schliersee und Bayrischzell. Die üblichen Ski- und Schneeschuhrouten sind nicht betroffen. Auch die Hauptwanderwege bleiben frei.

Das hat das Landratsamt Miesbach am 10.11. 2021 bekannt gegeben. Grund dafür ist die Zunahme der Tourenaktivitäten im Winter in diesem Bereich.

„Anders lässt sich der Naturschutz in dieser speziellen, besonders stark frequentierten Region nicht mehr sicherstellen“, erklärt Hanspeter Mair, Geschäftsbereichsleiter Alpine Raumordnung beim Deutschen Alpenverein. „Dass wir als DAV den Beschluss des Landratsamts Miesbach mittragen, bedeutet keinen Paradigmenwechsel. Wir setzen nach wie vor prinzipiell auf Freiwilligkeit, statt Verbote auszusprechen“, so Mair weiter. In den allermeisten Regionen funktioniere das hervorragend.

Etwas anders sie1600px COLOURBOX21639069ht es im Bereich um den Spitzingsee aus. Die DAV-Sektion München besitzt dort mehrere Hütten und betreut rund 40 Kilometer Wanderwege. Günther Manstorfer, Vorsitzender der Sektion München, weiß um die Bedeutung der Region als Naherholungsgebiet: „Der Spitzing ist und bleibt ein Kernbereich unserer Aktivitäten. Als beliebtes Tourenziel im Münchner Einzugsgebiet ist die Region einem starken Nutzungsdruck ausgesetzt. Die Natur darf darunter nicht leiden! Deshalb war die Entscheidung seitens des Landratsamts Miesbach aus unserer Sicht unvermeidbar.“

Der Deutsche Alpenverein setzt sich seit 1995 mit dem Projekt „Skibergsteigen umweltfreundlich“ und der Kampagne „Natürlich auf Tour“ für naturverträglichen Bergsport im winterlichen Gebirge ein. Wald-Wild-Schongebiete dienen den Tieren als Rückzugsmöglichkeit, ausgewiesene Aufstiegsrouten lenken die Schneesportler*innen in weniger sensible Zonen.

Achtung! Ein Verstoß gegen das Betretungsverbot o.g. Gebiete kann mit einer Geldbuße bis zu 5.000 Euro geahndet werden.


Text: DAV Pressemittelung vom 10.11.2021
Foto: DAV/ Daniel Hug, Florian Bossert