Ozon Belastung umweltrufOzon, ein aus drei Sauerstoffatomen bestehendes Molekül, ist ein ambivalent wirkendes Gas. Weit oben schützt es als Ozonschicht vor gefährlicher UV-Strahlung, in den unteren Luftschichten schadet es als sekundäres Spurengas der Gesundheit.

Wie sich die bodennahen Ozon-Konzentrationen global in den letzten 15 Jahren entwickelt haben, darüber hat ein internationales Wissenschaftler-Team aus 14 Forschungseinrichtungen nun den bislang umfassendsten Bericht vorgelegt. Die Forscherinnen und Forscher fanden unter Federführung der Universitäten in Leicester und Edinburgh in vielen Regionen Ozonwerte vor, die für die Gesundheit der Menschen potenziell schädlich sind. In Europa und Nordamerika ist die mittlere Konzentration in den letzten 15 Jahren zurückgegangen. Im ostasiatischen Raum nahm sie dagegen gebietsweise zu. Innerhalb der einzelnen Regionen variieren die Werte jedoch stark. Den Anstieg in den ostasiatischen Ländern führen die Autoren auf die wirtschaftliche Entwicklung und den damit zusammenhängenden Emissionen in diesen Regionen zurück. Die Studie ist als Teil des „Tropospheric Ozone Assessment Report (TOAR)“ in der Fachzeitschrift „Elementa“ erschienen.

In den 1980er Jahren erkannte man eine starke Ausdünnung der Ozonschicht, das Phänomen des sogenannten Ozonlochs. Mit dem internationalen Abkommen „Montreal-Protokoll 1987“ konnte der Ozonkiller FCKW, der einst in vielfältigen Produktions- und Anwendungsprozessen Verwendung fand, jedoch weitgehend verbannt werden, und man war der Ansicht, die Ozonschicht über der Erde erholt sich. Nun aber stellt man fest: nicht überall. Die Schicht, die die Erde vor den krebserregenden UV-Strahlen der Sonne schützt, wird an den Polen zwar wieder dicker, nicht aber in tieferen Breitengraden (zwischen den 60. Graden Nord und Süd), berichten Forscher im Fachblatt „Atmospheric Chemistry an Physics“. Dort schrumpfe die Ozonkonzentration in der unteren Stratosphäre (zwischen 15 und 24 Kilometern über der Erde) weiter. Warum, wissen die Experten noch nicht. Die Folgen könnten den Forschern zufolge schlimmer sein als die Konsequenzen durch dünne Ozonschichten an den Polen. Zum einen, weil die UV-Strahlung in mittleren Breiten höher ist als an den Polen, und zum anderen, weil dort mehr Menschen leben.

Bild: Mittlere Tageshöchstwerte der Ozonkonzentration in der warmen Jahreszeit
Copyright: University of Leicester / Forschungszentrum Jülich