ADFC 1v3Die Umweltstadt Augsburg fördert seit Jahren den Ausbau einer stadt- und umweltverträglichen Mobilität. Augsburg will sich in diesem Sinne in den nächsten Jahren zu einer fahrradfreundlichen Kommune weiterentwickeln. Als ambitionierte Zielsetzung gilt: Fahrradstadt 2020!

Das Fahrrad als schnelles, kostengünstiges und platzsparendes Verkehrsmittel ist von fast allen Bevölkerungsgruppen nutzbar. Ziel ist es deshalb, den Anteil des Radverkehrs im Stadtgebiet von 17 Prozent auf mindestens 25 Prozent zu steigern. Das bedeutet, dass zukünftig jeder vierte Weg mit dem Rad zurückgelegt werden wird. Bereits seit Herbst 2015 ist die Stadt Augsburg durch das Bayerische Staatsministerium des Inneren, für Bau und Verkehr als fahrradfreundliche Stadt in Bayern zertifiziert.

Für die Weiterentwicklung zur Fahrradstadt 2020 gibt es erfolgreiche Vorbilder. Hierzu hat die Bayerische Klima-Allianz (zu den Mitgliedern zählt auch der DAV) ihr 12. Netzwerktreffen beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club, Landesverband Bayern (ADFC Bayern) e.V. in München durchgeführt mit dem Thema „Erfolgreiche Radverkehrsplanung/-förderung in Metropolen“.

ADFC 2v3Hierzu referierte Klaus Bondam, ehemaliger Bürgermeister Kopenhagens und Vorsitzender des dänischen Pendants zum ADFC, über das Paradebeispiel Dänemark. Grundlage für den Fahrraderfolg sei eine entsprechende Bewusstseinsschaffung in Verbindung mit einer soliden fahrtechnischen Ausbildung und Praxis, was bereits in frühester Jugend erfolgen sollte. Hinzu kommt eine umfassende Fahrradinfrastruktur, vor allem mit separaten Trassen und auch eigenständigen Wegführungen, welcher sich der Autoverkehr, sofern überhaupt noch notwendig, unterzuordnen hat. Die individuellen, aber auch die volkswirtschaftlichen Vorteile einer solchen Konzeption seien beträchtlich. Ein Profit von 760 Milliarden € für Europa bis zum Jahr 2030, so lautet die Prognose, sofern sich die „EU Cycling Strategy“ durchsetzen würde. Die Kopenhagener Bevölkerung schätzt insbesondere den Zeit- und Zweckmäßigkeitsgewinn gegenüber dem konventionellen Verkehr. Hinzu kommen Gesundheits- und Kostenaspekte sowie die ökologischen Vorteile.

Für unsere DAV-Sektion ist nun die Augsburger Zielsetzung „Fahrradstadt 2020“ von besonderer Bedeutung. Denn für unser neues Kletterzentrum, welches nach neuesten umweltrechtlichen und naturverträglichen Standards errichtet bzw. erweitert wurde, ist eine möglichst umweltfreundliche Erreichbarkeit essenziell. Dazu gehört selbstverständlich an allererster Stelle das Verkehrsmittel Fahrrad!

Aber auch für unsere Exkursionen in die alpine Bergwelt sollte das Fahrrad wieder öfters zum Einsatz kommen. Dafür ist es jedoch erforderlich, dass entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen und Einrichtungen weiterentwickelt werden, um den Einsatz des klimafreundlichen Verkehrsmittels Fahrrad bestmöglich zu unterstützen. Der ADFC fordert in diesem Sinne ein einheitliches „Rad-Gesetz“ in Bayern, verbunden mit folgenden Maßnahmen:
  • Verbindlicher Maßnahmenplan zum „Radverkehrsprogramm Bayern 2025“
  • Sicheres, komfortables, durchgängiges Radwegenetz in ganz Bayern
  • Gute Radabstellplätze – insbesondere auch an allen bayerischen Bahnhöfen
  • Verdoppelung des Budgets für die Förderung des Radverkehrs
  • Erheblich mehr Personal für die Umsetzung des Radverkehrsprogramms Bayern 2025
  • Deutliche Verbesserung der Fahrradmitnahme in Bus und Bahn

ADFC 3v3Weitere Informationen unter: https://www.adfc-bayern.de/news/article/ein-rad-gesetz-fuer-bayern-forderung-3/ und https://www.radgesetz-bayern.de/. Dort kann man sich auch als „Unterstützer“ eintragen.

Weitere Informationen zum dänischen Fahrrad-Know how finden sich unter: http://www.cycling-embassy.dk/

Weitere Informationen zur Augsburger „Fahrradstadt 2020“ unter: http://www.augsburg.de/buergerservice-rathaus/verkehr/fahrradstadt-2020/

Bild 1: Öko-Bikes. Fotograf: Dr. Jochen Cantner

Bild 2: Klaus Bondam im Vortrag. Fotograf: Dr. Jochen Cantner

Bild 3: Ein Radgesetz für Bayern. © ADFC Landesgruppe Bayern