Bergretter Ruetz Personenshuttlen mit HubschrauberDer „Klimagipfel“ ist am 15. Dezember ohne durchschlagenden Erfolg, sprich "Gipfelglück", zu Ende gegangen. Bei der diesjährigen UN-Klimakonferenz (COP24) im polnischen Kattowitz wurden zwar 20 Beschlüsse und Richtlinien verabschiedet, welche die Umsetzung des Klimaübereinkommens von Paris aus dem Jahr 2015 präzisieren. Auf dem Gebiet der Emissionsminderung wurde festgelegt, welche Informationen es erfordert, damit nationale Reduktionsziele quantifizierbar, nachvollziehbar und klar sind. Zudem wurden einheitliche Regeln für die Berechnung der Emissionen und der erzielten Emissionsverminderungen beschlossen. Insgesamt sind die Ergebnisse jedoch enttäuschend. Sie werden nicht reichen, die globale Erderwärmung auf deutlich unter zwei und möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen. In Kattowitz sollten die Vertragsländer eigentlich ein Regelwerk zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens verabschieden und sich zu ambitionierten Klimaschutzzielen verpflichten.

In Paris wurde im Jahr 2015 festgelegt, dass die Staaten spätestens 2020 überprüfte und möglichst verbesserte Klimaschutzbeiträge bei den Vereinten Nationen vorlegen werden. Danach sollen alle fünf Jahre neue Beiträge folgen, die jeweils besser sein müssen. In Kattowitz wurden nun Mindeststandards festgelegt, welche Informationen diese Beiträge enthalten müssen, um sie vergleichbar zu machen. Auch der Erfolg der Klimaschutzmaßnahmen wird künftig nach einheitlichen Regeln gemessen und berichtet. Ab 2022 gelten die neuen Standards für Industrieländer und ab 2024 für Schwellen- und Entwicklungsländer. Dann werden weltweit Treibhausgasemissionen nach vergleichbaren Standards gemessen und transparent an die Vereinten Nationen berichtet. Ab 2023 wird es eine globale Bestandsaufnahme geben, wo die Welt beim Klimaschutz steht. In Kattowitz wurde festgelegt, welche Informationen in diese Bestandsaufnahme einfließen werden, damit sie ein möglichst vollständiges und realistisches Bild ergibt. Die Frage, ob Staaten ihre Klimaschutzmaßnahmen über Marktmechanismen wie CO2-Handel auch in anderen Staaten erbringen können, soll bei der nächsten Weltklimakonferenz 2019 in Chile geklärt werden. Aus Sicht der Bundesregierung sind weitere Verhandlungen nötig, um Schlupflöcher auszuschließen, die die Klimaschutzwirkung solcher Marktmechanismen gefährden könnten.

Insgesamt ist also nicht viel zum Schutz des Kimas erreicht worden. Spektakulär war immerhin die Botschaft der Jugend an die Politiker, vorgetragen von einer 15-jährigen Schwedin: „Ihr habt uns in der Vergangenheit ignoriert und werdet es immer wieder tun. Euch gehen die Ausreden aus und uns die Zeit. Wir sind hergekommen, um euch wissen zu lassen, dass der Wandel kommt, ob es euch gefällt oder nicht. Die wahre Macht ist bei den Menschen.“

Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass die sogenannte „Graswurzelbewegung“, d.h. die gesellschaftliche und politische Bewegung aus der Bevölkerung, maßgeblich dazu beitragen muss, dass den Worten endlich auch Taten folgen. Protagonisten aus unserem alpinen Bereich, also „Bergretter“, sind hier gegenwärtig der „Verein zum Schutz der Bergwelt e.V. (VzSB)“ mit Unterstützung der Jugend des Deutschen Alpenvereins JDAV, der Fachschaft Forst der TUM Weihenstephan und der DAV-Sektionen München und Oberland. Bei ihrem kürzlich veranstalteten Symposium „Klimawandel! Statt verdrängen – dagegen Steuern“ wurden Probleme und Lösungsansätze diskutiert, wobei sich auch das Publikum mit zahlreichen Fragestellungen, Redebeiträgen und auch Forderungen einbrachte. Das Spektrum reichte von „Wir müssen frecher werden“ bzw. gar „radikal“, über „Petitionen an die Politiker“ bis hin zu der moderaten, aber zukunftsweisenden Maßnahme der Umweltbildung – vor allem in Kindergärten, Schulen und anderen Jugendinstitutionen. Zudem möchte der VzSB einen Arbeitskreis zum Klimawandel einrichten und führende Politiker direkt ansprechen. Gefordert wird die Einführung einer umfassenden „Klimasteuer“ als Anreizinstrument zur CO2-Reduktion.

Weiterführende Informationen:

Bild: Bergretter: Personenshuttlen mit Hubschrauber. © Bergrettung Tirol / Ruetz