MTB Fachsymposium TitelbildEin drängendes Problem für unseren Alpenraum stellt der Nutzungsdruck durch den Radsport dar, der sich nicht nur auf das klassische Mountainbike (MTB) beschränkt, sondern in zunehmendem Maße auch das motorisierte Fahrrad, sprich „E-Bike“, umfasst. Diese individuellen Aufstiegshilfen induzieren, so die Befürchtungen, einen unkontrollierten Massentourismus bis in die entlegensten Winkel und hinauf zu hohen Gipfeln. Unlängst hat der DAV das mehrjährige Forschungsprojekt „Bergsport Mountainbike – nachhaltig in die Zukunft“, im Auftrag des Bayerischen Umweltministeriums gestartet, um in zwei Pilotregionen modellhafte Mountainbike-Konzeptionen zu erarbeiten, umzusetzen und zu evaluieren. Im Rahmen dieses Projekts wurde nun – quasi als Auftaktveranstaltung – Mitte Dezember ein zweitägiges MTB-Fachsymposium im Zentrum für Umwelt und Kultur (ZUK) im oberbayerischen Benediktbeuern abgehalten, um die Stimmungsbilder der involvierten Stakeholder einzufangen und die vielfältigen Problemfelder aufzuzeigen und zu diskutieren.

Dazu gab es neben aufschlussreichen Impulsvorträgen von Fachexperten diverse Foren zu den Einzelthemen „Umwelt und Naturschutz“, „Recht, Infrastruktur und Lenkung“, „E-Mountainbike“, „Kommunikation“ und „Denkfabrik Zukunft“. In kleineren Arbeitsgruppen wurden die spezifischen Problemstellungen erörtert und mögliche Lösungsansätze skizziert. Besonders interessant wurde es dann aber in der anschließenden Podiums- und Publikumsdiskussion, wo die Ergebnisse der Fachforen bewertet und kommentiert wurden. Die mitunter hitzige Debatte zeigte auf, dass gangbare Lösungsansätze noch nicht spruchreif sind. Deutlich wurde aber, dass der DAV auf Kooperationslösungen setzt, die natürlich Kompromisse erfordern, aber weithin hohe Akzeptanz versprechen.

Gewisse Vorbildlösungen existieren insbesondere in der Schweiz. Zudem gibt es bereits ein zieldienliches DAV-MTB-Positionspapier aus dem Jahre 2015. In Hinblick speziell auf die E-Bike-Problematik wurde auf der DAV-Hauptversammlung 2018 mit 71% der der abgegebenen Stimmen beschlossen, einen Appell an die Sektionen zu richten, das Aufladen von E-Bike-Akkus auf DAV-Hütten zu untersagen. Zu beachten gilt aber, dass das Thema „Radfahren in den Bergen“ in starkem Maße von den Metathemen „Verkehrswende“ und „Energiewende“ (Stichwort „Umweltfreundliche Mobilität“) determiniert wird und somit eine Binnensicht nicht erfolgversprechend scheint. Man darf daher gespannt sein auf den Fortgang des Forschungsprojektes „Bergsport Mountainbike – nachhaltig in die Zukunft“ und weitere Fachveranstaltungen. Allerdings: Die Zeit drängt!

Nachstehend einige Bildimpressionen vom MTB-Fachsymposium:

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Weitere Informationen:

Titelbild: DAV Mountainbike-Fachsymposium am 15.&16.12.2018 im ZUK in Benediktbeuern. Foto: Dr. Jochen Cantner

Bildblöcke 1 und 2: Veranstaltungseröffnung und Impulsvorträge. Fotos: Dr. Jochen Cantner und Hanne Cornils

Bildblock 3: Forum „Umwelt und Natur“. Fotos: Dr. Jochen Cantner und Hanne Cornils

Bildblock 4 Mittagspause am „pumptrack“. Fotos: Dr. Jochen Cantner und Hanne Cornils

Bildblöcke 5 und 6: Podiums- und Publikumsdiskussion sowie Schlussworte. Fotos: Dr. Jochen Cantner und Hanne Cornils