AugsburgAlpin Hochtouren unterwegs zum Monte Cevedale (3769m)

Cevedale und Zufallspitze Fotograf Andi Radmüller
Michi setzte diesen genialen Vorschlag in den Kadermanager, Franzi und Andi liebäugelten schon seit Mitte Februar damit – abgesprochen wurde dieses Unternehmen auf dem bedauerlicherweise sehr mager besuchten ersten Stammtisch. Start war Ostern, leider in 2 Gruppen, da Michi und Tom am Donnerstag noch arbeiten mussten. Aufgrund der unterschiedlichen „Bereifung“: Andi, Stefan, Franzi und Tina auf Ski, Michi und Tom mit Schneeschuhen, wurden nur die Hüttenübernachtungen gemeinsam gebucht, die Tour plante jede Gruppe für sich. Die Skigruppe fuhr donnerstags bereits ins Martelltal und stieg noch auf die Marteller Hütte auf. Aufgrund der für Freitag relativ guten Wettervorhersage wurde kurzfristig beschlossen, sofort den Cevedale in Angriff zu nehmen und nicht auf den Samstag zu warten, der wettermäßig eher bescheiden angesagt war. Nach einem leckerem Abendessen auf der Marteller Hütte und einer sehr kalten Nacht, erwachten wir bei strahlend blauem Himmel. Allerdings sah man auch schon die meterhohen Schneefahnen über dem Gipfel. So verwarfen wir die Überschreitung Zufallspitze-Cevedale und gingen direkt hinauf. Da unsere Akklimatisierung zuvor eigentlich nicht stattgefunden hatte, spürten wir ab ca. 3300m die immer dünner werdende Luft. Aufgrund des eiskalten, starken Windes (gefühlt -20 °C) war auch an eine Pause nicht zu denken. Andi überlegte noch, ob er als Seilerster Zugochse spielen sollte, entschloss sich aber, sein Tempo etwas zu verringern – gegen zwei Frauen kommt ein Mann dann doch nicht an, unser zweiter Mann wurde von Anfang an nach hinten verbannt J. Am Skidepot angekommen, sprangen wir in unsere Steigeisen, schnappten die Pickel und arbeiteten uns den abgeblasenen und blanken Cevedale über die bereits dünnen Schneebrücken an Bergschrund und Randkluft hinauf. Leider waren auch Petrus Lungen noch nicht geleert, er blies unerbittlich weiter. Aber wir erreichten den Gipfel, und am Kreuz war es dann tatsächlich windstill.Gipfelkreuz Cevedale Fotograf Andi Radmüller
Die folgende Abfahrt war nicht sehr spaßig, da der Schnee stark vom Wind verpresst und geformt war und den Rest unserer kaum noch vorhandenen Kräfte abverlangte. Aber wir kamen alle gesund, zufrieden, wenn auch etwas ausgelaugt an der Casatihütte an und stürzten uns erst einmal auf eine kräftige Suppe.
Gruppenfoto vor der Casatihütte Fotograf Andi RadmüllerSo konnten wir - wieder gestärkt - am frühen Abend unsere Schneeschuhler, die den Aufstieg vom Auto über den Zufallgletscher zur Casatihütte gingen, empfangen. Nach einem netten gemeinsamen Abend - am einzigen Ofen im viel zu kalten Gastraum - samt leckerem Abendessen wachten wir am Samstagmorgen auf und sahen: NICHTS! Weiß, Neuschnee ca. 15 cm Pulverauflage, mit einer Sicht keine 10m weit!

An eine Sulden- oder Madritschspitze nicht zu denken, Michi und Tom mussten ihrem Plan Cevedale nachweinen… Auch nach dem Frühstück gab es kaum eine Besserung. So stand die Blindabfahrt zur Zufallhütte auf dem Programm. Glücklicherweise hatte Petrus nach gut einem Drittel ein Einsehen mit uns, lichtete die Wolken etwas und wir konnten noch ein paar Hänge auf Pulver hinabschwingen. Auf der überfüllten Zufallhütte waren wir quasi wieder zurück in der Zivilisation – außer im Waschraum. Mit einem genialen Abendessen und luxuriösem Osterfrühstück im Bauch konnten wir dann den Ostersonntag bei Sonnenschein und wechselnder Bewölkung begehen: wir entschlossen uns zu einer Abschlusstour (unsere Schneeschuhler zogen das Ausschlafen und den Abstieg vor) auf die Cima Marmotta (3330m).
Gipfelkreuz Cima Marmotta Fotograf Andi Radmüller
Auch hier waren zum Gipfel wieder Steigeisen angesagt, aber der dafür ohne Sturm. Bei der Abfahrt konnten wir neben zum Teil wieder windverpressten Schnee auch ein paar Pulverhänge genießen. Zum Schluss gab es dann noch riesige Teller Spaghetti Pomodore und Bolognese auf der Zufallhütte, bevor es zum Auto ging…
Fazit: Ein super tolles Osterskihochtourenwochenende!!! Und für die 4 Skitourer das Osterziel erreicht!
Bericht erstellt von Franzi und Tina