20180429 114906 adajnowBeim Klettern am Fels ist vieles anders als in der Halle. Um Hallenkraxlern in gut ausgebauten Klettergärten den Einstieg mit allen sicherheitsrelevanten Aspekten zu vermitteln, veranstaltete die DAV Sektion Augsburg am letzten Aprilwochenende den Kurs „Von der Halle an den Fels 1“.

Die neun Teilnehmer trafen sich am Freitagabend in der Kletterhalle Kaufering, da die Augsburger Halle im Moment zum Landesleistungszentrum umgebaut wird. Die Trainer Tobias Stadler und Markus Mayer prüften am ersten Tag die Klettererfahrung und Sicherungstechnik der Teilnehmer und vermittelten mit guter Laune und viel Spaß bei der Sache ihr Wissen. Angefangen vom Sitz der Gurte über den wichtigen Partnercheck, verschiedene Sicherungsgeräte und Verhalten des Sicherers, bis hin zum Sturztraining verging der Abend wie im Flug.

Am nächsten Morgen traf man sich dann im Klettergebiet Konstein im Urdonautal. Die noch zum südlichen Frankejurazählende Region kann auf eine über hundertjährige Klettergeschichte zurückblicken und bietet neben berühmten Klassikern Routen für Anfänger und Profis. Am Kletterheim Aicha geparkt, gab Markus Mayer den Kletterern Verhaltensregeln und interessante Informationen zu Flora und Fauna mit auf den Weg. Die im Waldgebiet verteilten und über markierte Steige zugänglichen Kletterfelsen sind teilweise aus Naturschutzgründen mit Ausstiegsverboten über dem Umlenkern belegt. Nach kurzem knackigem Aufstieg zum Märchenturm stand mancher erst einmal etwas fragend vor dem Fels. Anders als in der Halle, wo einem knallbunte Griffe den Weg zum Himmel weisen, musste hier der Kletterführer mit den verschiedenen Topos ausgepackt werden. Dann galt es die richtige Route anhand von Merkmalen im Fels und die dazugehörigen Bohrhaken zu finden. Markus und Tobias kontrollierten, ob auch die richtige Route mit der passenden Bewertung im Führer gefunden wurde. Danach haben beide Trainer die schon angelegte Ausrüstung der Kletterer optimiert. So manche schnell angelegte Selbstsicherungsschlinge und weiteres unnötiges Zubehör am Klettergurt wurde abgelegt. Weniger ist mehr, dient dem Überblick und der Sicherheit. Wichtig ist hier die Anzahl der Express-Sets die mitgenommen werden muss um eine Route zu begehen und am Umlenker umzufädeln. Solche Informationen lassen sich aus den Kletterführern entnehmen, in denen wichtige Details vermerkt sind. Das wichtigste und gleichzeitig der größte Unterschied zur Halle ist das Umfädeln am Umlenker. Während an den Kunstwänden nach erfolgreichem 02 Fotograf Alina DajnowiczDurchstieg zwei gegenläufige Karabiner oder eine neuere technische Umlenkstation warten, sind am Fels die Mittel dürftiger. Meist wartet ein Verbundanker mit (oder ohne) Ring oder eine mit zwei Bohrlaschen redundant verbunden Kette auf den erfolgreichen Kletterer. Auf sicherem Boden wurde an einem Haken die Situation nachgestellt und das Umfädeln in verschiedenen Varianten gezeigt. Nach der Theorie ging es endlich an den Fels. Die Teilnehmer rüsteten sich mit dem nötigen Material aus, führten den Partnercheck durch, setzten ihre Helme auf und das Klettern begann. Oben am Umlenkpunkt warteten die Trainier und leiteten die Umfädelmanöver, bis diese von allen sicher und selbstständig durchgeführt werden konnten. Nach einigen Stunden wurde zur Münchner Wand gewechselt, wo die Routen etwas höher und kniffliger waren. Die DAV Trainer unterstützten mit viel Geduld die Teilnehmer mit weiteren Tipps zur Klettertechnik und Problemlösung an Schlüsselstellen. Zum Abschluss des Tages zeigte uns noch Tobias Stadler, wie man mit augenscheinlicher Gelassenheit einen Riss bewältigt, an dem einige Kletterer scheiterten.

Am Sonntag wurde das erlernte weiter vertieft und routiniert. Die Gruppe bewegte sich nun nicht mehr im Aichaer Gebiet, sondern um den Dohlenfelsen. Asterix & Obelix und der Lucky Luke waren das Ziel. Nach angeleiteten Aufwärmübungen wurde die Vertikale gestürmt und mit viel Spass und toller Gemeinschaft der Tag verbracht. Den Abschluss bildete ein gemeinsames Beisammensitzen im Naturfreundehaus Konstein wo das ein oder andere Radler den Durst löschte.


Ein gelungenes, lehrreiches Wochenende, dass die Lust am sicheren Klettern in der Natur geweckt hat. Ein Besonderer Dank geht an die beiden Ausbilder, die jederzeit uns Teilnehmern mit Rat, Tat und guter Laune zur Seite standen.