DSC01506 kleinAm August 2019 haben sich Die ParaVertikalen zum ersten Mal an den Felsen gewagt. Da die Kletterer*innen sehr unterschiedliche Einschränkungen und Voraussetzungen mitbringen, bestand die erste große Herausforderung darin, ein passendes Gebiet zu finden. Wir fanden es im Frauenwasserl in Oberammergau. Schnell waren Kletterro
uten im Schwierigkeitsgrad 3+ bis 5+ ausgesucht und Topropeseile eingehängt. In einer der Routen wurde ein Flaschenzug für Kletterer*innen, die ihre Beine nur bedingt mitbenutzen können zusätzlich eingehängt. Zwischen den Routen wurde ein Interventionsseil installiert, um die Kletterer bei Bedarf begleiten und an schwierigen Stellen  zu unterstützen.

Jetzt geht es an die WandDSC01617 klein

Es hat sich schnell herausgestellt, dass vier von unseren sieben Kletterer*innen eine Begleitperson während des Kletterns gut gebrauchen können, so war unsere Interventionsseil fast durchgehend von einem Trainer besetzt, der Tipps direkt in der Route gab - es gibt hier keine bunten Griffe, die den nächsten Zug klar definieren - oder beim Ablassen half. Die ersten Mutigen fanden sich schnell. Es war erstaunlich zu beobachten, wie unterschiedlich sich unsere Kletterer*innen am Fels bewegten. Manchen viel es schwerer als in der Halle andere blühten richtig auf. Bettina zum Beispiel, die in der Halle noch nie das Top erreichte, kletterte mit einer Leichtigkeit zwei über 20 Meter lange Routen und kam jedes Mal bis zum Top. Damit hat keiner von uns gerechnet.

Michael – eine ganz besondere Herausforderung 

IMG 20190819 WA0016 berichtEine ganz besondere Herausforderung für das Trainerteam stellte das Klettern mit Michael, unseren Rollifahrer dar, der seine Beine nur bedingt bewegen und beim Klettern einsetzen kann. Aus diesem Grund bauten wir einen Flaschenzug auf. Da wir Michael bei seinem ersten Felsversuch optimale Unterstützung bieten und das Risiko möglichst gering halten wollten, war uns klar dass er für den ganzen Klettervorgang eine Begleitung braucht. So übernahm ich das Sichern und Jürgen (gesichert von Alex) die Begleitung. Für den ganzen Klettervorgang haben wir eine Kiste Ausrüstung, drei Trainer*innen und über eine halbe Stunde Zeit gebraucht. Hat sich der Aufwand gelohnt? Ein Blick in Michaels Gesicht und es war klar – es hat sich gelohnt: Der Stolz in seinen Augen war nicht zu übersehen. 

Ausklang

Zum Ausklang des Tages haben wir uns ein leckeres Eis in der einer Oberammergauer Eisdiele gegönnt und die Aktion Revue passieren lassen. Auch wenn der Tag sehr heiß und damit anstrengend war, waren unsere Kletterer*innen von dem gemeinsamen Erlebnis begeistert. Die wichtigste Rückmeldung war, dass sich die Kletterer*innen stets sicher und gut begleitet fühlten. Wir haben auch Wünsche und Verbesserungsvorschläge besprochen. Da kam von allen die einheitliche Antwort: Nächstes Jahr wieder und zwar zweitägig!


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