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Samstag, 25. Mai, 6:30 Uhr, Parkplatz an der Kletterhalle. Nach und nach treffen alle Teilnehmer ein: Margit, Patricia, Marianne, Beate, Anne, Edith und Maria. Sieben Frauen und ein Mann, das bin ich - meine erste eigenständige Tour als frischgebackener DAV-Wanderleiter.

Ursprünglich war die Tour als Besteigung des Litnisschrofen, ausgehend vom Haldensee mit optionalem Abstecher auf die Krinnenspitze, geplant. Aber leider hat der viele Schnee meine Planungen zunichte gemacht. Jetzt steigen wir "nur" südseitig auf die Krinnenspitze (2000 m) auf, die schon so gut wie schneefrei ist.

Die Fahrt ins Tannheimer Tal verläuft fast reibungslos, sodass wir gegen 9 Uhr in Gaicht, einem kleinen Dorf 4 km südlich von Nesselwängle, starten können.

Der anfangs breite Fahrweg führt uns auf einem schmalen Steig, nicht steil, aber es geht stetig bergauf. Anfangs durch Wald, später überwiegend durch offene und aussichtsreiche Almlandschaften und weite Wiesen.

Am Gipfelkreuz angekommen genießen wir den fantastischen Ausblick. Ein großartiges Plätzchen für eine Rast: Die steile Nordwand der Krinnenspitze bietet uns beeindruckende Tiefblicke auf Nesselwängle und Haldensee, überragt von den imposanten Tannheimer Gipfeln. Der Südhang hingegen erweist sich als lieblicher, weiter Wiesenhang mit der entfernten Kulisse der Lechtaler Alpen, der auffälligen Pyramide des Hochvogels und als zentralem Blickfang dem Litnisschrofen.

Zwei Wanderer, die wir am Gipfel treffen, berichten über den beschwerlichen (und gefährlichen!?) Aufstieg von der Krinnenalpe durch teilweise hüfthohen Schnee. Ich bin froh, dass ich mich im Vorfeld entsprechend informiert und eine andere Variante gewählt habe.

Nach einer kurzen Rast treten wir den Rückweg an. Der Abstieg erfolgt mehr oder weniger über den gleichen Weg. Auf dem letzten Teilstück macht das Wetter seine Drohungen wahr und mehrere kurze Regenschauer zwingen uns zu wiederholten Kleidungswechseln.

Die Aussicht auf eine verdiente Einkehr in der Jausenstation Klein-Meran in Rauth mobilisiert noch einmal alle Kräfte. Den Namen trägt dieses Kleinod im Ortsteil Rauth am östlichen Ende des Tannheimer Tales zurecht. Es gilt als eines der sonnigsten Plätzchen im gesamten Tal - sowohl im Sommer als auch im Winter.

Beim Genuss diverser Warm- und Kaltgetränke lassen wir die abwechslungsreiche Tour ausklingen. Alle sind sich einig, dass diese Tour im nächsten Jahr wieder angeboten werden soll – diesmal wirklich auf den Litnisschrofen, aber später und dann hoffentlich schneefrei.