Neu entdeckte Hannibal-Route: nichts für eingefleischte Vegetarier

Vier Kleintransporter voller Mountainbikes machten sich am 1. Mai auf die Reise gen Süden und wo andere erst mal einen Anreisetag einplanen, stehen Biker morgens um 4 Uhr auf, verlassen um 5 Uhr Augsburg und starten um 11 Uhr am Gardasee zur ersten Tour.

MTB-GruppenphotoAusgangspunkt der vier Gardasee-Trail-Tage war das kleine Dörfchen Caprino, am Fuße des Monte Baldo. Untergebracht waren die 11 Teilnehmer plus 3 Guides in einer wunderbaren Ferienwohnungsanlage, etwas abseits gelegen und nur umgeben von Italienern und Olivenbäumen. Entsprechend genussreich war die Küche der umliegenden Ristorantes.

Doch zurück zum Zweck des frühen Aufstehens: Die erste Tour war eigentlich als Einfahrtour gedacht und führte dann doch gleich mal 1000 Höhenmeter hinauf zum Sem-rocca, einem wunderschönen Aussichtsberg hoch über dem Gardasee.

An Tag zwei gab’s jede Menge zu sehen – allerdings keine Sonne. Deshalb Alternativprogramm Bike-Festival in Trentino (Garda) in Arco mit Burgen, Klöstern, und Shopping. Ja, auch Männer lieben shoppen, vorausgesetzt der Laden hat etwas mit Technik und Bikes zu tun. Mit Rucksäcken voller Material und High-Tech-Klamotten ging‘s nach Hause, wo mit Leidenschaft an den Bikes geschraubt wurde.

Überhaupt war das gemeinschaftliche Schrauben und Trimmen an den MTBs für einige Teilnehmer ein Highlight der Tour.

An Tag Numero drei kehrte die Sonne wieder und die Truppe teilte sich in zwei Gruppen, je nach Leistungsstärke. Eine Gruppe versuchte sich an einem unwegsamen Aufstieg und schnell war klar, dass dieser Bergpfad nicht beFAHRbar ist. Doch wer sein Fahrrad liebt, der schiebt, und trägt. Auf dem Weg fand sich ein Tierskelett und nach fachkundigen Disputen war klar, dass dies Überreste von Hannibals Zug gen Rom waren. „Hannibal Trail“ wurde dieser Pfad also getauft.

MTB-ohne-KommentarGruppe zwei führten die Trails hinauf und hinauf … bis ein aufziehendes Gewitter den Gipfelsturm vor seiner Vollendung verhinderte. Sturm gab’s dafür über dem Gardasee – ein imposanter Anblick von Ferne, der auch den letzten Zweifler davon überzeugte, dass abbrechen manchmal besser ist als „immer weiter.“

Rasante Abfahrten auf Schotterstrecken und Singletrails entlohnten alle für die Mühen des Aufstiegs.

Beim letzten gemeinsamen Abendessen begleitete der Knochenfund die Geister und beeinflusste die Menüwahl: T-Bone-Steak kam bei den meisten auf den Teller, nur „eingefleischte“ Vegetarier ließen sich davon abhalten. Spitzenleistung: 1700 Gramm T-Bone für drei Personen, eine reife Leistung, selbst für ausgepumpte Mountainbiker.

Zum Abschied am Sonntag gab der Sommer ein freundliches Gastspiel und beschien einen langen, anspruchsvollen Singletrail hinunter zum Lago di Garda. Bei Hugo, Sprizz und Blick auf den See ließ die Truppe die vier Tage ausklingen. Fazit: Ein gelungenes Wochenende all inclusive: Sport, Gemeinschaft, Technik, Kultur – und natürlich auch wieder ein bisschen Fahrtkönnen mehr in den Beinen.