Einst war das Fahrrad ein reines Verkehrsmittel, ein Gerät, um sich den Weg von A nach B zu erleichtern. Aus dem Fahrrad entstand das Mountainbike, das dem Menschen erlaubte, die sinnfreie Betätigung des Bergsteigens wenigstens nicht mehr zu Fuß oder mit der Seilbahn betreiben zu muessen.
mtb-ber-20140821Die Nachfahren des Mountainbikes sind Fullies, Downhillbikes, Freerider und Thrillmachines und immer mehr Pedaleure quälen sich mit Freude die Berge hinauf, verbinden gesunde Bewegung mit emotionalem Erleben und verschaffen sich mit beinharter Bewegung neue Ausblicke. An Hannibal erinnern die vielen Transalp-Routen, nur mit dem Unterschied, daß sich nicht Elefanten, sondern Massen von Bikern im edlen Wettstreit über die Alpen quälen.
Fahrradfahren ist „in" und gesellschaftsfähig. Ob Einkauf, Wochenendausflug, Gassiführen des Hundes, abendlicher Biergartenbesuch, Bikefestival, Winter-Pisten-Downhill oder Kurzurlaub am Gardasee, das Bike ist immer dabei. Natürlich haben diese wunderschönen Bikes für jedermann ihren Preis und ein hoher vierstelliger Betrag ist keine Seltenheit. Was einer vor zehn Jahren in seinen alten VW investierte, steckt er heute in sein Zweirad. Ein positiver Nebeneffekt ist, daß es seinem Besitzer ein unglaublich sportliches und dynamisches Image verschafft. Mit einem trendigen Outfit muß der Besitzer eines solchen Rades noch nicht einmal auf seinem Gefährt sitzen. Es reicht, eine coole Sonnenbrille aufzusetzen, sein Bike überlegend lächelnd an der Eisdiele, am Biergarten oder an der Seepromenade entlang zu schieben und kein Mensch wird mehr an seiner Sportlichkeit und Vitalität zweifeln.
Kein Wunsch bleibt also offen und wer nicht völlig „out" sein will, sollte schnell den Zug der Zeit besteigen und ein Fahrrad kaufen und Anglizismen überzeugen von der Notwendigkeit, das Bike „custom-made" aufzurüsten. Ein echtes Freeride-, Downhill-, Enduro- oder Crosscountry-Bike sollte es allerdings schon sein.

Der Rad-Geber – was Du schon immer über Bikes wissen wolltest.

Früher war ein Rad ein Rad; heute hat man u.a. die Qual der Wahl zwischen drei unterschiedlichen Laufradgrößen. Jahrzehntelang war 26 Zoll alternativlos (!). Dann waren auf einmal die „Twentyniner", also 29 Zoll, das non plus ultra. Und seit nicht allzu langer Zeit gibt es zusätzlich 27,5 Zoll (650B!) um die Unsicherheit komplett zu machen.
Fakt ist, daß es keinen Vorteil ohne gewisse Nachteile gibt. Das Mittelmaß 27,5 Zoll soll den physikalischen Gewinn des 29ers und die konstruktiven Vorteile des 26ers zusammenführen, jedoch liegt die Mittelgröße ganz klar näher am 26er als am 29er.

Was also für wen?

Aus eigener Erfahrung kann gelten: Tourenfahrer im Cross-Country-Bereich werden sicher mit 29 Zoll viel Freude haben, sofern sie nicht kleiner als 1,60 m sind. Für kleinere Biker und für anspruchsvolle Bergabfahrten sind dagegen 27,5 Zoll eine gute Option.

Die nachstehende Tabelle (Quelle: DAV/Panorama) stellt Argumente gegenüber, um je nach Einsatzbereich das richtige Material zu finden.

26 Zoll – geeignet für Tour, All Mountain, Enduro, Freeride, Downhill

Vorteile Nachteile
+ sehr steife und stabile Laufräder
+ geringeres Radgesamtgewicht
+ spielerisches Handling
+ Geometrie mit viel Federweg kombinierbar
+ leichte Beschleunigung
+ für kleinere Biker gut eGeometrie
+ leichteste Übersetzung möglich
- schlechteres Überrollen von Hindernissen
- teilsnervöses Fahrverhalten
- schlechteres Kletterverhalten
- für große Biker unproportionale Geometrie

 

27,5 Zoll  - geeignet für Marathon, Tour, All Mountain, Enduro, Freeride

Vorteile Nachteile
+ Kompomiss aus etwas besserem Überrollen von Hindernissen, höherer Laufruhe und etwas trägerem Handling als bei 26“
+ steife und stabile Laufräder
+ Geometrie mit viel Federweg kombinierbar
+ auch für sehr kleine und große Biker noch gute Geometrie
- höheres Radgesamtgewicht
- etwas schwerer zu beschleunigende Laufräder
- etwas schwerere Übersetzung als bei 26“
- mittleres Kletterverhalten

 

29 Zoll – geeignet für Crosscountry, Marathon, Tour, All Mountain

Vorteile Nachteile
+ exzellentes Rollverhalten im Gelände
+ mehr Fahrkomfort unabh. vom Federweg
+ etwas bessere Traktion
+ mehr Sicherheit im Gelände
+ gute zentrale Sitzposition, speziell auch bei großen Personen
+ sehr gutes Kletterverhalten
+ laufruhiges, stabiles Fahrverhalten
- höheres Radgesamtgewicht
- erschwerte Beschleunigung
- schwerere Übersetzung
- trägeres Handling
- weniger steife und stabile Laufräder
- weniger Federweg konstruktiv realisierbar
- für kleine Personen unproportionale Geo

(der fett unterlegte Bereich ist jeweils besser geeignet für die jeweilige Reifengröße)