DAV-Transslowenien Tour

von Helmut Röhm

Slowenien1

Abseits der üblichen Transalp-Routen zum Gardasee geht es heuer durch das stille, beschauliche Slowenien. Traum-Trails, alte Militärstraßen, aussichtsreiche Höhenzüge und Hügelketten warten auf uns

Unsere Transslowenien-Tour beginnt in Arnoldstein im Dreiländereck. Über den „Monte Forno“ erreichen wir das bekannte Wintersportzentrum „Kranjska Gora“. Hier steigen wir in den „Alpe-Adria-Trail“ ein, dem wir teilweise folgen werden. Unser Ziel ist die Hafenstadt „Piran“ und folglich ist heuer unser Ziel ein etwas größerer „Lago“, nämlich das Mittelmeer.

Gleich zum Beginn der Tour erwarten uns fantastische Bilder, die uns die gesamte Strecke begleiten werden. Vom „Jasna-See“ aus bietet sich ein Bilderbuch-Panorama hinein in den“ Triglav-Nationalpark“ der Julischen Alpen. „König Triglav“, der höchste Berg Sloweniens, ist immerhin 2864m hoch. Es geht durch das „Pisnica-Tal“, das wir dann zum „Werschetzpass“ (Vrsicpass) hin verlassen. Sloweniens höchster Pass bildet die Wasserscheide zwischen der „Save“ im Norden bei Kranjska Gora und der im Süden liegenden „Soca“. In dieser Traumlandschaft sollte man doch auf andere Gedanken kommen, aber selbst hier tobte der Erste Weltkrieg mit brutaler Härte.

Die Passstraße wurde von russischen Kriegsgefangenen gebaut. Über  400 Menschen kamen damals bei einem Lawinenabgang ums Leben. Die „Russenkapelle“, ein beschauliches Kirchlein im orthodoxen Stiel, erinnert an die Opfer. Die Aussicht am Pass ist dann für uns der Lohn für die unzähligen Serpentinen bergauf. Bis nach „Bovec“ warten etwa 40 km Strecke mit 1400 HM Downhillrausch auf uns.

Vom Pass abwärts treffen wir auf die noch junge türkisfarbene „Soca“, die hier in dieser Gegend entspringt. In Bovec verlassen wir die Soca und den Alpe-Adria-Trail. Wir werden die alte Militärstraße nördlich vom Berg „Stol“ hochkurbeln und den Bergkamm entlang bis „Kobarit“ fahren. Die Aussicht dort oben ist mit Sicherheit beeindruckender als unten, entlang der „Soca“. In Kobarit lohnt sich der Besuch des „Kobariski Muzej“ (Kobarit-Museum) Die zwölf „Isonzoschlachten“ erlangten eine traurige Berühmtheit mit zig-Tausenden von Toten. Benannt wurden sie nach dem Fluss „Isonzo“, dem ital. Namen der „Soca“.

Von „Kobarit“ geht´s wieder hoch zum Alpe-Adria-Trail, der uns durch eine abwechslungsreiche Hochebene führen wird. Es schließt sich eine Downhillstrecke mit 35km und gut 1000HM an, die wir zur Besichtigung der „Javorca-Kirche“ unterbrechen können. An Monumenten und Kriegerdenkmälern ist diese Gegend kaum zu toppen denn hier tobte der Erste Weltkrieg am härtesten.

Unten in „Tolmin“ werden wir wieder auf die „Soca“ treffen, die stetig zum einem Fluss anschwillt.

Ab „Tolmin“ geht es dann gemächlich auf und ab, immer schön entlang eines Bergkammes, der beste Aussicht verspricht. Vom Berg „Korada“ (811m) sieht man bereits die Adria. Bergab nach „Smartno“ passieren wir die ersten Weingüter. Die Landschaft wird flacher.

Obwohl ab „Smartno“ die Hügel nur mit viel Mühe eine Höhe 600 m erreichen, kommt durch das ständige bergauf und bergab doch einiges an Höhenmetern zusammen. Zwischen Wald und Weingütern führt der Weg hoch zu einer Kammlinie, die entlang der „Soca“ führt. Hier verlief die Frontlinie im Ersten Weltkrieg.

Aus dem Fluss „Soca“ wird der „Isonzo“, denn wir kommen nun nach Italien. Die Grenze Italien-Slowenien verläuft mitten durch die italienische Stadt „Gorizia“ (Görz).

Die Regionen „Triest“ und „Koper“ werden wir über „Lipica“ großräumig umfahren. Über eine Hügellandschaft passieren wir „Koper“ und „Izola“.

In „Portoroz“ erreichen wir die Adria und die letzten Küstenkilometer bis nach Piran sind sicher ein Finale besonderer Art. Ein nettes Restaurant zu Ausklang werden wir dort mit Sicherheit finden und der Sonnenuntergang an der Strandpromenade bei einem Glas „Žametovka“ ist garantiert.


Ablauf 

1. Tag: eigene Anreise nach Arnoldstein

2. Tag: 1. Etappe: Arnoldstein - Vrsic Pass, ca. 45 km, ca. 1.600 hm

Die Tour beginnt im österreichischen Arnoldstein. Ein erster langer Uphill bringt uns hoch zum Dreiländereck verbunden mit schönen Talblicken. Die Dreiländereck Hütte bietet uns ein schmackhaftes Mittagessen. Die anschließend lange Abfahrt endet im bekannten Sportort Kranjska Gora. Von hier aus geht es in den zweiten heutigen Anstieg, bis wir in der einfachen Unterkunft am Vrsic Pass ankommen. 

3. Tag: 2. Etappe: Vrsic Pass - Kobarid, ca. 86 km, ca. 1.650 hm

Am Morgen biken wir über einsame, gut fahrbare, Pfade über die Passhöhe, das mächtige Gebirge rund um den Vrsic Pass bietet eine grandiose Kulisse. Nach der langen Abfahrt über die Passstraße treffen wir auf die smaragdgrüne Soca. Dieser wünderschöne in Fels gebettete Fluß mit seinen Hängebrücken begleitet uns nun stetig. Nach der Mittagsrast in Bovec erklimmen wir den hohen Stol und werden mit tollen Talblicken belohnt. Der Tag endet im schönen Hotel in Kobarid, hier können wir das Kriegsmuseum besichtigen.

4. Tag: 3. Etappe: Kobarid - Tolmin, ca. 47 km, ca. 1.400 hm

Den großteil der heuteigen Höhenmeter legen wir vormittags über den  riesigen Bergrücken des Kolovrat zurück. In Tolmin angekommen biken wir zuerst in die Tolminer Schlucht und besichtigen dann das einmalige  Naturspektakel der Tolminer Klamm zu Fuß. Anschließend radeln wir ortsauswärts zu unserem feinen Hotel. 

5. Tag: 4. Etappe: Tolmin - Smartno, ca. 57 km, ca. 1.700 hm

Das Landesinnere ist einsam und ruhig. In dieser von der Landwirtschaft geprägten Region genießen wir heimische Spezialitäten als Picknick an der Kirche "Marijino Cleje". Im weiteren Tagesverlauf verändert sich die Landschaft und wird hügelig, auch bekannt als sie "slowenische Toskana" in der Brda. Tolle Blicke erwarten uns von der Terrasse unseres schönen Hotels.

6. Tag: 5. Etappe: Smartno - Sezana, ca. 73 km, ca. 1.550 hm

Am heutigen Tag erwarten uns tolle, teils mit grobem Schotter versehene,  MTB-Wege. Die Durchfahrt von Gorizia, zu deutsch Görtz, ist geschichtsträchtig, erst 2004 wurde die, durch die Stadt verlaufende Grenze zwischen Italien und Slowenien aufgehoben. Von weitem können wir den markanten Turm bereits erblicken, oben angekommen belohnen uns rundum prächtige Blicke mit erster Sicht aufs Mittelmeer. Die Mittagsrast findet in dieser verlassenen Gegend wieder als Picknick statt. Ein stetiges auf und ab, einige kleine Waldtrails und ein sensationell schöner Höhenweg bringen uns nach Sezana.

7. Tag: 6. Etappe: Smartno - Piran, ca. 74 km, ca. 1.550 hm

Am Vormittag führt ein langer Waldweg vorbei an Lipica, die Heimat der bekannten Pferde. In einem stetigen Auf und Ab, im Wechsel von groben und guten Wegen, kommen wir dem slowenischen Istrien näher. Höhe Koper begleiten uns nun laufend schöne Mittelmeerblicke. Wir queren das das Hochülateau und erreichen über Portoroc das malerisch gelegene Fischerdörfchen Piran. Dieses Finish am Mittelmeer ist schon etwas besonderes und nicht alltägliches. Beim gemütlichen Abendessen an der Uferpromenade feiern wir unsere Ankunft! Übernachtung im Hotel Piran.

8. Tag: Rückreise