Quer durchs Allgäu, Vorarlberg und den Bregenzer Wald

AllgaeuCross-1Diese Drei-Tages-Tour vermittelt die ganze Faszination des Bikens.

Der Urlaub ist genommen, das Bike und die Ausrüstung gecheckt, die Quartiere reserviert, die Vorfreude groß. Doch pünktlich zum Start wartet das Wetter mit einem verfrühten Herbsteinbruch und Regen auf und das Thermometer spuckt gerade noch zweistellige Gradzahlen aus. Was tun? Aufgeben gleich zu Beginn: Kein Thema für Eckhart, Uta, Tobi, Harald, Tobias, Leonhard, Volker, Karlheinz, Markus, Matthias und den Guides Inge und Hartmut.

1. Etappe: Von Immenstadt zur Hörnlepass-Hütte

Fahrtechnisch mittel bis schwer. 42 Km, 1600 Hm

Durch das idyllische Gunzenrieder Tal geht’s zunächst hinauf Richtung Hörnerkette. Ein kurzer (Regen-)Stop auf der Angerhütte ist willkommen und gibt uns Gelegenheit, mit der neugegründeten Zwergerlgruppe auf das Wetter zu schimpfen. Nur den Zwergen selbst scheint der Regen am Wenigsten auszumachen. Weiter geht’s und bald verstummen die Gespräche – es wird einfach immer steiler und wenig später oberhalb der Alpe Rangiswang ist sogar Schieben angesagt. Der guten Laune tut das – trotz Regen – keinen Abbruch und keine Spur von Sich-beweisen-Müssen liegt in der Luft. Schade allerdings, daß sich auf dem Weiherkopf der spektakuläre Rundumblick über die Allgäuer Alpen hinter zähem Nebel und Regenschleiern versteckt. Unaufhaltsam dringt die feuchtkalte Luft durch alle Kleidungsschichten. Zum Glück ist das Berghaus Schwaben bei Bolsterlang in Sicht, um sich in der Stube aufzuwärmen und zu stärken.

Das Wetter bessert sich und zum Trost geht’s weiter auf einer schönen Pfadspur am Riedberger Horn. Nach dem Skigebiet Grasgehren tauchen wir unter im touristischen Niemandsland und ein Trail der wildesten Sorte führt dort hinab ins Rohrmoostal und verlangt entweder beste Bikebeherrschung oder fröhliche Miene beim Schieben.Wir lassen uns Zeit, die Sonne scheint mittlerweile und schon bald rollen wir unter den Ästen mächtiger Ahornbäume weiter. Ein letzter Anstieg bis zu unserem Etappenziel und der ersten Übernachtung auf der Hörnlepass-Hütte.

2. Etappe: Von der Hörnlepass-Hütte zur Auenfelderhütte in Warth

Tag zwei – Königsetappe!

Kondition: mittel bis schwer, Fahrtechnik: mittel bis schwer. 45 Km, 1700 Hm

AllgaeuCross-2Vom Hörnlepass geht es ins Kleinwalsertal und von dort über das Söllereck Richtung Oberstorf. Nach der Talstation der Fellhornbahn führt die Route ein Stück über die Strecke des Oberstorfer Mountainbike-Marathons hinauf durch das Rappenalbtal Richtung Schrofenpass. Eine schweißtreibende Tragepassage über 200 Höhenmeter inclusive Metallleitern und Drahtseilen steht auf dem Programm. Alpine Erfahrung, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind Pflicht!

AllgaeuCross-4Von der Passhöhe führt ein ruppiger Trail hinab ins obere Lechtal und fordert den ganzen Biker. Die Walsersiedlung Lechleiten liegt noch in Tirol, doch schon bald führt die Route nach Vorarlberg und die alte Salzstraße oberhalb des Hochtannbergpasses ist ein Erlebnis. Nie zu schwierig, aber immer herausfordernd quert der Weg den Hang und eröffnet den Blick auf mächtige Berge. Der Widderstein, die Mohnenfluh und die Braunarlspitze blicken drohend herab. Wolken, mit Schnee überzuckerte Gipfel und Moorwiesen säumen unseren Weg mitten durchs noble Skigebiet von Warth hinauf bis zur Auenfelderhütte auf 1762 m, unserer zweiten Übernachtung.

3. Etappe: Vom Arlberg zurück ins Allgäu

Kondition: schwer, Fahrtechnik: mittel. 80 Km, 1300 Hm

Nebel und frische Temparaturen begrüßen unseren letzten Tag. Nach einer rasanten Abfahrt nach Schoppernau gönnen wir uns in Au einen Zwischenstop in einem alten Walser-Anwesen mit einer traditionellen Schnapsbrennerei. Trotz des frühen Vormittags kommen wir nicht umhin, diverse Hausbrände probieren zu muessen, zumal wir die Gastfreundschaft nicht enttäuschen wollten. So gestärkt geht es die lange Auffahrt bis zum versteckten Passübergang auf dem Stockbergsattel hinauf. Im Bregenzer Wald werden die Berge nun runder, fast lieblich. Kleine Wege, allerdings gespickt mit giftigen Anstiegen führen über die Europäische Wasserscheide zurück ins Oberallgäuer Rohrmoos und weiter ins Tal. Zurück nach Immenstadt sind es noch 20 flache Kilometer auf dem Illerradweg, aber wir haben es nicht eilig, denn bereits jetzt ist jeder Augenblick in der Erinnerung kostbar.

Es hat Spaß gemacht!