Öko BikeDas STADTRADELN wird seit 2008 vom Klima-Bündnis ausgerichtet, dem größten Netzwerk von Städten, Gemeinden und Landkreisen zum Schutz des Weltklimas, dem über 1.700 Mitglieder in 26 Ländern Europas angehören. Klimaschutz ist heute in aller Munde und nie war die Notwendigkeit zum Handeln größer als heute. Beim STADTRADELN treten Teams aus Bürger*innen, Kommunalpolitiker*innen, Schulklassen, Vereinen, Unternehmen für die Förderung fahrradfreundlicher Städte in die Pedale. Das ist Klimaschutz und Lebensqualität in der Praxis und für Augsburg sehr förderlich, um als fahrradfreundliche Stadt weiter voranzukommen!  

Im Zeitraum 6. bis 26. Juli 2019 gilt es für alle Mitglieder in der DAV-Sektion Augsburg, an 21 aufeinanderfolgenden Tagen möglichst viele Kilometer beruflich und privat CO2-frei mit dem Rad zurückzulegen. Es gibt schon einige Aspiranten!

Das Team „DAV Sektion Augsburg“ hat beim Stadtradeln 2018 mit 53 Beteiligten und 17.447 Kilometern auf Anhieb einen ausgezeichneten 4. Platz erreicht. Den gilt es 2019 zu verteidigen. Wenn jede/r der über 15.000 Augsburger DAV-ler*innen nur 10 Kilometer beiträgt, sollte mehr drin sein. Hier gibt es mehr zu lesen und hier könnte Ihr Euch fürs Team „DAV Sektion Augsburg“ registrieren: https://www.stadtradeln.de/augsburg/

In diesem Zusammenhang weitere Informationen zur Entwicklung des Radverkehrs:

Andreas Scheuer, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), hat vor kurzem anlässlich des 6. Nationalen Radverkehrskongresses in Dresden seine Ziele für einen attraktiven Radverkehr in Deutschland vorgestellt. Hierzu gibt es eine Beteiligungsplattform und acht Leitziele mit Beispielen für mögliche Maßnahmen.

Bis zum 30. Juni 2019 werden erstmals alle Interessierten dazu eingeladen, online ihre Meinungen und Ideen zur Verbesserung des Radverkehrs in Deutschland einzureichen. Bundesminister Scheuer hat den Anfang gemacht und acht Ziele vorgegeben, die im Rahmen der Online Beteiligung priorisiert und mit eigenen Ideen unterfüttert werden können. Die Rückmeldungen sollen in die Entwicklung des neuen Nationalen Radverkehrsplans 2021 (NRVP) des Bundesverkehrsministeriums fließen. Der NRVP ist die Grundlage für die Förderung des Radverkehrs durch den Bund. Informationen zur Teilnahme unter: www.zukunft-radverkehr.bmvi.de.

Hier die Zielvorstellungen:

Ziel 1: Lückenloser Radverkehr in Deutschland. Radwege sollten nicht mehr plötzlich an einer Kreuzung enden. Neben den Kommunen hat sich das Bundesverkehrsministerium (BMVI) zum Ziel gesetzt, möglichst viele Radwege an Bundesstraßen und Wasserstraßen zu bauen. Bei Neu- und Ausbau von Bundesstraßen soll in Zukunft deshalb immer geprüft werden, ob auch gleich ein begleitender Radweg gebaut werden kann. In Fällen, in denen das nicht der Fall ist, sollte dies künftig begründet werden.

Ziel 2: Vision Zero im Radverkehr. Wir brauchen breite, sichere Radwege, die im Idealfall auch klar vom Autoverkehr abgetrennt sind. Bei der Breite müssen wir daran denken, dass auch ausreichend Platz für neue Formen der Mobilität wie etwa Elektrokleinstfahrzeuge benötigt wird. Das BMVI plant höhere, wirksame Bußgelder für das unerlaubte Parken auf Schutzstreifen sowie für das Parken in zweiter Reihe.

Ziel 3: Urbaner Lastenverkehr wird Radverkehr. Experten schätzen, dass 20 Prozent des Lieferverkehrs per Rad abgewickelt werden kann. Das sollte unser Ziel sein. Das heißt z.B. Platz für Lastenräder. Die Kommunen können aber auch Verteilzentren einrichten, von denen aus die letzte Meile zum Kunden per Lastenfahrrad gefahren wird.

Ziel 4: Deutschland wird Fahrrad-Pendlerland .Der Bund stellt 25 Millionen Euro jährlich für breite und sichere Radschnellwege bereit. Der Bund wird hier mit den interessierten Kommunen und Ländern pragmatische Lösungen finden, wenn die Hürden dort möglicherweise für zu hoch erachtet werden. Denn Angebot schafft Nachfrage. Wenn wir erst breite, schnelle und lange Radstrecken haben, werden auch mehr Pendler aufs Fahrrad steigen.

Ziel 5: Deutschland wird Fahrradstandort. Das BMVI wird z.B. zum Wintersemester 2020 erstmals Hochschul-Professuren fördern, die sich mit Radverkehrsthemen beschäftigen. Ziel ist es, Fachkräfte auszubilden, die ihr Know-how dann vor Ort in den Kommunen einbringen.

Ziel 6: Radverkehr wird intelligent, smart und vernetzt. Räder könnten in Zukunft einen Sender haben, über den sie mit den Ampeln und Fahrzeugen in der Umgebung kommunizieren können. Im Idealfall ist dann auf bestimmten Strecken eine grüne Welle für Radfahrer möglich und Autos können Radfahrer nicht mehr übersehen.

Ziel 7: Radverkehr erobert Stadt und Land. Darunter fallen auch die neuen Leuchtturmprojekte des BMVI, die in diesem Jahr erstmals mit insgesamt 20 Millionen Euro in den Kommunen gefördert werden können. Kommunen können sich noch in diesem Monat bewerben. Denkbar sind z.B. längere kreuzungsfreie Radverkehre in der Stadt mit Tunneln oder Brücken eigens für Radfahrer.

Ziel 8: Das Fahrrad im Zentrum moderner Mobilitätssysteme. Das BMVI arbeitet an einer Novelle der Straßenverkehrs-Ordnung, die den Radverkehr nutzerfreundlicher und damit noch attraktiver machen soll. Geplant ist z.B. ein Halteverbot auf Schutzstreifen. Das BMVI arbeitet außerdem daran, die Regelwerke und Handlungsempfehlungen zu überarbeiten, damit wir einheitliche und bessere Standards beim Radwegebau bekommen.

Zur derzeitigen Situation des Radverkehrs in Augsburg vgl. nochmals unsere Newsmeldung vom 19.4.2019: https://www.dav-augsburg.de/aav/verein-berichte/1108-umweltfreundliche-mobilitaet-fahrradstadt-augsburg

Bild: Öko-Bike, Foto: Dr. Jochen Cantner