creek 2825060 640Mit der Seniorenabteilung unterwegs durch Wald und Heide.

Wo sind noch Schäfer mit ihren Herden unterwegs? Kann man auf ihren Wegen wandern? Ja, das gibt es, das geht!

Nicht sehr fern von uns - auf der Schwäbischen Alb - wird noch die Wanderschäferei betrieben. Den ganzen Tag über an der frischen Luft, gemütlich mit den Schafen durch die Lande ziehen oder einfach mal ein bisschen Rast auf der Wiese machen, wenn es einem danach ist. Diese Schäferidylle ist oft besungen worden, doch die Realität sieht anders aus. Schäfer üben einen der ältesten und härtesten Berufe in der Landwirtschaft aus. Jeden Tag zehn bis zwölf Stunden Arbeit, kein freies Wochenende, kein Urlaub und vom Mindestlohn kann der Schäfer nur träumen. Es gibt noch 1.000 Berufsschäfer in Deutschland und es werden immer weniger. Dabei ist dieser Beruf unerlässlich für uns alle, für den Naturschutz und die Landschaftspflege.

Wanderschäfer sind Schäfer, die jeden Tag oder sogar mehrmals am Tag mit ihrer Herde den Weideplatz wechseln. Wanderschafherden weiden an vielen Standorten, die maschinell nicht zu bearbeiten sind, pflegen Biotope. Wenn wir die Artenvielfallt erhalten wollen, gibt es keinen Weg an der Schäferei vorbei. Wenn Gebiete nicht mehr beweidet werden, verstrüppen sie. Schafe produzieren ressourcenschonend, artgerecht und regional hochwertige Lebensmittel.

Damit ist genug gesagt!

Im Herzen der Schwäbischen Alp, der traumhaften Wacholderlandschaft der Heidenheimer Brenzregion verläuft der 158 km lange Albschäferweg. Hier sind Wanderschäfer mit ihren Herden unterwegs. Die genügsamen Schafe bewahren die typischen Wacholderheiden, Wiesentäler und Waldränder vor Verbuschung und erhalten somit die Lebensräume seltener Tier- und Pflanzenarten.

Auf den Spuren der Albschäfer zwischen Gingen, Gerstetten, Heidenheim und Neresheim verläuft die Route. Sie ist durchgängig mit dem Symbol eines Schäfers auf blauem Grund markiert. Dieser Fernwanderweg führt durch idyllische Täler wie das Wental und das Eselsburger Tal. Beeindruckend sind viele wilde Felsformationen und die Meteorkraterregion Steinheim.

Auf diesem Alpschäferweg haben wir im vergangenen Herbst und jetzt im Frühling jeweils eine Tagesetappe zurückgelegt.

Die Verhältnisse waren ideal.

Wir waren mit zwei Wandergruppen unterwegs. Im September 2017 wanderte die eine Gruppe vom Kloster Anhausen nach Gerstetten. An Pferdekoppeln und Obstgärten vorbei, durch Buchenwälder ging es auf die Alb, durch das Kießental zum Heldenfinger Kliff mit seinen ausgedehnten Wacholderheiden. Eine alte Kulturlandschaft! In Heldenfingen trafen wir zur Mittagseinkehr auf die andere Gruppe, die von Gerstetten eine kürzere Variante gewandert war.

Am Nachmittag ging es dann durch das malerische Hungerbrunnental, durchs Grassental und dem Säuberen Tal zurück nach Kloster Anhausen.

Nicht vergessen werden wir die vielen, riesigen Parasolpilze, die sich hier in der Herbstsonne an den Hängen sonnten.

Die erste Gruppe hatte 20,5 km zurückgelegt, die zweite Gruppe wanderte 15 km.

Ein schöner Tag ging zu Ende. Es machte viel Spaß hier unterwegs zu sein.

Unsere Frühlingswanderung war natürlich ganz anders. Die Natur begann sich vom Winter zu befreien. Die Bäume waren teilweise bereits mit zartem Grün geschmückt.

Viele, viele Buschwindröschen blühten. Tolles Wetter! Da geht das Herz auf.

Wir waren wieder mit zwei Gruppe unterwegs und starteten am Endpunkt unserer Herbstwanderung in Gerstetten.

Diese Etappe nach Steinheim führte wieder über große Heideflächen, durch bunte Mischwälder. Eine Gruppe startete an den Eglenseen in Gerstetten. Das erste Ziel war der Wasserturm, der eine super Aussicht bietet. Dann ging es weiter über Wald- und Wiesenwege, an Streuobstwiesen vorbei. In Sontheim im Stubental trafen wir die andere Gruppe, die eine etwas kürzer Variante gewählt hatte. Nach dem Mittagessen ging es weiter auf den Burgstall mit einer grandiosen Aussicht über das gesamte Kraterbecken. Zunächst ging es auf dem Katerrücken weiter. Dann runter zur Siedlung Ziegelhütte. Ein steiler Waldpfad führte uns dann hinauf zur Schäfhalde.

Die erste Gruppe hatte etwas mehr als 21 km zurückgelegt, die zweite Gruppe 16 km.

Ein toller Tag ging zu Ende. Herzlichen Dank unseren Wanderleitern.