Skitourausbildung mit Robert Ruisinger (Robbi) 

Dauer: 5 Tage von 2. - 6. Januar 2015 

Der Spaß beginnt, alle sind dabei, mit der pünktlichen Abfahrt am 2. Januar um 5 Uhr früh (gähn). Ziel ist die Heidelberger Hütte im Fimbatal, die wir nach einigen Stunden Autofahrt bis Ischgl und Transportservice der Hütte mit dem Radtrack quickfidel erreichen.

Zwischendurch das erste Abenteuer mit einem hängengebliebenen Anhänger, der mit vereinten Kräften aus dem Schnee bugsiert wird. Wir werden nett in der gemütlichen Hütte empfangen und beziehen zufrieden unsere angenehmen Viererzimmer.

Das Motto lautet: Nutze den Tag! Nach kurzer Einweisung in die Lawinenpiepser und Kontrolle starten wir bereits die erste Tour auf den Ils Chalchogus, den Gipfel lassen wir aber aus, denn schlechtes Wetter zieht heran und die Abfahrt erfolgt dann auch im Nebel mit Schneefall in einer reinweißen Umgebung ohne Konturen.

Angenehm müde genießen wir das gute Essen, das auch in den folgenden Tagen immer reichlich und gut ist. Anschließend lernen wir durch Robbi das kleine Schneeartvokabularium kennen: aufgebauter, abgebauter, windgepresster u.a. Schnee, Luv- und Lee-Seite und von wo die Gefahren drohen.

2. Tag: Sonne, Wind und Unfall
Heute wollen wir den Piz Mottana besteigen. Die Sonne scheint und alle fiebern dem Gipfel entgegen. Kalter Wind bläst uns um die Ohren, Einzelne kämpfen etwas mit der Kondition. Die letzten Meter zum Gipfel werden bei Starkwind „abgeblasen“.

Bei der Abfahrt dann leider ein Unfall: Sturz, Knie verdreht, nichts geht mehr. Über Handy und Notrufzentrale wird der Helikopter geordert, das Unfallopfer wartet in Biwaksack und Jacken verpackt – mental unterstützt von allen Teilnehmern. Der Helikopter setzt dann zuerst den Notarzt ab, der sich dann zusammen mit dem Unfallopfer im Bigpack wieder hochseilt und entschwindet.

Die restlichen neun kleinen N....lein (darf man ja heutzutage nicht mehr ausschreiben) erreichen die Hütte glücklich, wenn auch wegen Schlechtwettereinbruch wieder im Blindflug.

3. Tag: Kurze Tour, viel Üben
Tags darauf geht nur eine kurze Tour auf den Ils-Gips-Sattel, der sicher zu erreichen ist. Denn wie die letzten Tage ist wieder hohe Lawinengefahr gemeldet. Wir halten uns deswegen an die Luvseite und müssen zu unserem Schrecken erfahren, dass auf der Leeseite wegen Missachtung von Vorsichtsmaßnahmen zwei Tourengänger einer Gruppe von einer Lawine erfasst wurden.

Nachmittags gibt es intensives Piepsersuchtraining zwei- und dreifach und anschließend graben wir bei eisigem Wind noch ein Schneeprofil, analysieren den Schneedeckenaufbau und notieren trotz Eiszapfenfingern tapfer mit!

4. Tag: Krönung auf der breiten Krone
Schönstes Wetter erlaubt uns die längste Tour auf die breite Krone, die mit 3.079 m auch tatsächlich die Krönung ist. Wunderschöne Schneelandschaften ziehen an uns vorbei.

574 800

Am Gipfel herrscht im Gegensatz zum Aufstieg Windstille und der Ausblick ist phänomenal! Die Abfahrt im Tiefschnee beschert uns zuweilen innigsten Schneekontakt bis hin zum korrekten Purzelbaum, aber weiter geht's!
 
ausbildungswoche skitour 4
Kaum zurück graben wir mit Feuereifer eine kolossale Schneehöhle, in der es schnell gemütlich warm wird und bis zu 8 Leuten Platz haben. Leider fehlt der Schnaps ...

Das holen wir dann beim Abendessen mit einem kräftigen Zirben nach, um anschließend noch einen Notschlitten aus Skiern, Skistöcken, Rebschnüren und Schaufeln zu bauen. Anna wird schließlich als „Testopfer“ noch rund um die Hütte transportiert ...

617 anna auf dem Notschlitten 800
... und Robbi beendet den Abend mit Klampfe und einigen lustigen Liedern.


5. Tag: Strahlesonne zum Abschied

Leider schon die letzte Tour führt uns bei strahlendem Sonnenschein auf das Zahnjoch, das wir rasch bezwingen und das uns noch eine sehr schöne Abfahrt bietet. Nach kurzer Kaffeepause auf der Hütte geht es ab ins Tal, wo unser Gepäck schon auf uns wartet.

Alles in allem haben wir viel gelernt, die Winterlandschaft ausgiebig genossen und uns sportlich betätigt. In der Gruppe ging es sehr nett und kameradschaftlich zu und auch das Unfallopfer konnte bald wieder zu uns stoßen. Mit Robbi als supererfahrenen Tourengeher hatten wir die Kompetenz und Vorsicht in Person an unserer Seite, es hat richtig Spaß gemacht. Danke!

Bilder von Matthias Kramer und Dominic Koser
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