gk skibergsteige 0116 Ski, 2 Schneeschuhe und ein Snowboard

Obwohl die Aussichten auf Schnee eher mager prognostiziert waren, hat sich eine engagierte Gruppe auf den Weg nach Obernberg am Brenner gemacht, um die Grundkenntnisse für das Skibergsteigen zu erlernen. Schon die Fahrt – insgesamt waren es neun Personen im Alpenvereins VW-Bus – war sehr kurzweilig und der anschließende Theorieabend wurde mit einem opulenten Mahl in „Almi’s Berghotel“ eröffnet. Mit dem Ziel am nächsten Tag einen Gipfel zu erklimmen, verabschiedeten sich die Teilnehmer in ihre gemütlichen Zimmer.

LVS und Schokolade

Unser Gipfelziel war der Leitnerberg. Gestärkt vom Frühstücksbuffet ging es auch schon los – allerdings ohne Ski, denn die Schneelage hatte sich nicht verbessert. Während der Wanderung wurden immer wieder Schneeformationen und –arten besprochen. Hauptprogammpunkt war jedoch die Verschüttendensuche mit dem LVS-Gerät (Lawinen-Verschütteten-Suchgerät). An einem geeigneten Hang wurden die Rucksäcke der Teilnehmer im Gelände verteilt – es lag immer noch zu wenig Schnee um die Geräte zu vergraben. Ohne dass es die Teilnehmer sahen, waren in zwei Rucksäcke LVS Geräte versteckt worden. Diese mussten nun geortet werden. Sehr zur Freude der Aspiranten waren bei dem LVS auch Schokoriegel.

gk skibergsteige 03Wenig Schnee und kräftiger Sturm

Nach einer kurzen Pause am idyllischen Lichtsee und einer kurzen Lagebesprechung nahm die Gruppe die letzte Etappe der Tour in Angriff. Die Sicht wurde zusehends schlechter. Als sich die Bergsteiger aus dem windgeschützten Südhang herausbewegten blies der Wind unnachgiebig und mit voller Wucht. Die -12C° und der Windchill machten zwar allen zu schaffen aber auf den Gipfel wollte jeder. Wenig später war es dann soweit, etwas durchgefroren aber glücklich stand die Gruppe am Gipfelkreuz um schnellstmöglich wieder abzusteigen. Sauna und gutes Essen entschädigte die Skitour-Aspiranten. Immer wieder fiel etwas Schnee während die Gruppe sich voll und ganz der abendlichen Theorie widmete und hoffte, am nächsten Tag die Skier anschnallen zu dürfen.

Wenig Schnee aber erhebliche Lawinengefahr

Aber leider immer noch zu wenig Schnee! Also wieder die Bergschuhe an und los in Richtung Kreuzjoch. Oberhalb der Baumgrenze lag wenigstens genügend Schnee, um einen Schneedeckentest durchführen zu können. Gerhard zeigte uns in der aufgegrabenen Schneedecke den für diesen Winter typischen Schneedeckenaufbau mit aufgebauten Schnee und Eislamellen im Wechsel, der noch lange Zeit für eine kritische Lawinensituation sorgen wird. Beim anschließenden „erweitertem Säulentest“ lösten sich schon beim Ausschneiden der 30 cm x 90 cm großen Säule zwei übereinanderliegende Schneebretter. Ein Gipfel war uns heute nicht vergönnt! Schlechte Sicht aufkommender Schneefall und Sturm machten die Entscheidung leicht, sich ohne Gipfel auf den Weg zurück ins Hotel zu machen - Sauna, Essen, Theorie. Geplant wurde am nächsten Tag ins Skigebiet Nößlach zu fahren, um doch noch eine Skitour gehen zu können.

Die erste Skitour

Schnell war die Ausrüstung im Bus verstaut. Auch das Wetter spielte mit, die Sonne schaute zwischen den Wolken hindurch. In Nößlach angekommen ging es mit dem Lift zur Mittelstation. Schnell wurden die Felle aufgezogen bzw. die Schneeschuhe angeschnallt. Ziel war das Nößlachjoch. Auf dem Weg dorthin lernte die Truppe den Umgang mit den Skiern. Leider verschlechterte sich das Wetter aber für die hochmotivierten Skibergsteiger kein Problem den Gipfel zu erklimmen. Die Abfahrt gestaltete sich unspektakulär, da ja über die Skipiste abgefahren wurde. Am Abend erfolgte das übliche Ritual: Sauna, Essen, Theorie und Planungen für den nächsten Tag. Endlich schneit es...

Durch die Latschen

Ziel war am Abreisetag der Grubenkopf. Es schneite den ganzen Vormittag über leicht, was die gesamte Landschaft in eine winterliche Idylle verwandelte. Nach einem steileren Aufschwung versperrte ein Latschengürtel den Weg. Nach kurzem Suchen fanden die Ski-Bergsteiger einen Weg durch diesen, mussten dann allerdings feststellen, dass das letzte Stück Aper war. So wurde entschieden gleich kehrt zu machen und mit der Abfahrt zu beginnen – allerdings erst nachdem der Latschengürtel erneut durchquert wurde. Im Hotel gab es dann nochmal Kaffee und Kuchen und 16 Skier, 2 Schneeschuhe und 1 Snowboard wurden in den Bus geladen um die Heimreise anzutreten. Während der Heimreise wurde Bilanz gezogen und alle waren sich einig: Ein mehr als gelungener Kurs. Danke Gerhard!

 

gk skibergsteige 02Infobox:

Erweiterter Säulentest, Extended Column Test (ECT)

Beim ECT wird ein rechteckiger Block mit einer Grundfläche von 90 cm x 30 cm freigeschaufelt. Die Rückseite kann mit einer Reepschnur ausgesägt werden). Anschließend wird das Blatt der Schaufel am seitlichen Rand des Blocks aufgelegt und nacheinander je 10x aus der Hand, dem Ellenbogen und der Schulter darauf geschlagen (dabei lässt man Hand bzw. Arm mehr fallen lassen als richtig zu schlagen). Mit dem ECT kann sowohl der Bruch als auch die Bruchausbreitung in den Schwachschichten untersucht werden.