Eigentlich berichten wir ja immer im Überblick über die Aktivitäten des letzten Quartals, doch hat uns hier eine Fahrt so gut gefallen, dass wir diesmal näher darauf eingehen wollen. Insgesamt zu dreizehnt waren wir am 19./20. Juli in den Stubaier Alpen unterwegs. Als Stützpunkt hatten wir uns die Winnebachseehütte ausgesucht. Der von uns ausgewählte Zustieg im Ötztal begann bei Längenfeld, das auf einer Höhe von 1.572 m liegt. Nach knapp eindreiviertel Stunden waren alle auf der 2.362 m gelegenen Hütte. Wir hatten das versprochene Kaiserwetter. Nach einer kurzen Rast ging es, mit minimiertem Gepäck, weiter Richtung Hoher Seeblaskogel, vorbei am Gletschersee des Bachfallenferners, weiter steil aufwärts über Geröll und Blockwerk. Auch galt es, mehrere Schneefelder zu überqueren. Dann nach einem breiten Rücken steilabwärts in eine Scharte, weiter über den Grünen Tatzen Ferner. In leichter Blockkletterei erreichten wir dann am Ostgrat den höchsten Punkt, wo das Gipfelkreuz auf 3.235 m steht. Wir wurden mit einer herrlichen Rundumsicht belohnt. Wir legten eine kurze Rast ein, es brauchte nicht mal eine Jacke, so sommerlich waren die Temperaturen in dieser Höhe. Dann ging es an den Abstieg, der einigen von uns große Konzentration abverlangte, doch kamen alle heil über die am Gipfel groß diskutierten Rinnen, Scharten und Schneefelder. Wir lagen auch gut in der Zeit, hatten für An- und Abstieg des Gipfels die angegebenen sechs Stunden unterschritten. Nach heute geschaten 1.800 Höhenmetern hatten wir uns das Abendessen wohlverdient.

Der nächste Morgen sah wettertechnisch nicht mehr ganz so vielversprechend aus, doch hielt das Wetter wirklich, bis wir wieder am Parkplatz waren. Für diesen Tag hatten wir uns den nicht ganz so hohen Gänsekragen (immerhin 2.914 m) ausgesucht. Es ging die ersten Meter ach an der Südanke talauswärts, dann in steilen Serpentinen über felsdurchsetztes Grasgelände, im oberen Bereich an etwas ausgesetzten Felsbändern vorbei und über Schrofengelände weiter. Die letzten Meter zum Gipfel führten über große Felsplatten steil zum Gipfelkreuz. Auch hier war die Aussicht erwähnenswert, doch nach laschen 558 Metern wurde das gar nicht so geschätzt. Wir verweilten nur kurz am Gipfel, immer das Wetter im Blick. Doch je weiter wir gen Hütte kamen, desto größer wurden die Wolkenlücken. So konnten wir die Sonnenterrasse noch für eine Brotzeit nutzen. Hier noch ein großes Dankeschön an das Hüttenteam Familie Riml, die uns wunderbar versorgt hat. Der Talabstieg verlief reibungslos, die letzten Meter hieß es spurten, um nicht nass zu werden. Alle Teilnehmer – das waren Brigitte I., Hubert, Brigitte II., Claudia, Isabella, Armin, Christl, Kandidus, Reinhold, Rudi, Werner, Gerd und ich – waren begeistert von diesem Wochenende.