Pustertal Ostern 2015 03Bei unseren Planungen für unsere Skitourenziel Ostern 2015 waren uns zwei Bedingungen wichtig: bester Schnee und bestes Wetter. Der Schneesturm über dem Alpenhauptkamm katapultierte die Lawinenlage kurz vor Reisebeginn von 1 auf 4.  Unser Übernachtungsziel, der Ort Innichen im Pusterta in Südtirol, hatte nichts vom dem Schneesegen mit bekommen und erwartete uns mit viel Grün auf den Berghängen.

Am Donnerstag nach unserer Ankunft starteten wir vom Fischleintal durch das Altensteiner Tal  in Richtung Drei-Zinnenhütte. Mit zunehmender Höhe trieben uns die Sturmausläufer die Eiskristalle ins Gesicht. Kurz vor der Querung unterhalb der drei Zinnen brachen wir die Tour ab . Die Abfahrt durch Bruchharsch und Altschnee ließ erst Glücksgefühle aufkommen als sie vorbei war.

Am Freitag spurten wir vom Gasthaus Brückele (1491 m) zum Großen Jaufen (2480 m).  Hier zwang uns der Schneemangel beim Aufstieg den Sommerweg bis zu Rossalm zu folgen. Vom Wetter hatten wir einen fantastischen Tag erwischt. Nach einer kuren Rast auf der unbewirtschaften Alm  stiegen wir durch sanftes Gelände, unter dem Kleinen Jaufen hindurch, entlang des kupierten Rückens (ungefähr an der Wettermessstation vorbei) zur makellos weißen Gipfelkuppe des Großen Jaufen. Der Große Jaufen zählt sicherlich zu den schönsten Touren im Pragsertal mit fantastischen Tiefblicken auf den Pragser Wildsee und den 3 Zinnen. Bis zur Alm konnte man mit etwas Risiko bei der Abfahrt den einen oder anderen Schwung ziehen, ab dann ging es im gepflegten Schneepflug bzw. Seitrutscher den Sommerweg hinab.

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Am Samstag regnete es ! So dass wir unsere Unentschlossenheit nutzten und uns aufteilten auf Nichtstun, Wandern und für die zu spät gekommenen – die 3 Zinnen Hüttentour reloaded. Am Abend ging es gemeinschaftlich auf einen Erkundungsgang durch Innichen in die Pizzeria.

Am Sonntag stimmten sowohl die Wetter als auch Schneebedingungen. Zwei gute Gründe sich die Kleinste der Skitouren für diesen Tag aufzusparen, Helltaler Schlechten (Große Pyramide), 2711 m.  Vom kostenfreien Parkplatz vor dem Gasthof Plätzwiese (1850m) gings links zwischen Gasthof und Hotel Hohe Gaisl zu Beginn sanft durch lichten Wald Richtung Osten aufwärts. Auf einer Höhe von 2230 m etwas steiler weiter über schön abgestuftes Schigelände auf den vom Beginn an sichtbaren Kamm zu, den man bei einer Höhe von 2430 m erreicht. Auf Diesem nicht allzu steil gegen Norden unschierig auf die unscheinbaren Gipfelerhebungen zu. Am Schluss wiederum etwas steiler in östlicher Richtung in einigen Spitzkehren auf den höchsten Punkt den ein kleines, schmuckes, schmiedeeisernes Gipfelkreuz ziert. Die Abfahrt über die freien Hänge war bei besonderen Schnee zu mindestens ein Genuss für risikofreudige Skifahrer.  Bei der anschließenden Einkehr im Gasthof, futterten wir mindestens für die doppelte Anzahl der absolvierten Höhenmeter.

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Dem Schneemangel etwas überdrüssig verlegten wir die letzte Skitour auf die Rückreise an den Brenner, Flatschspitze (2566 m). Vom alten Lifthaus über die schon etwas eingewachsene ehemalige Piste hinauf gelangten wir zur Enzianhütte (1894m). Von dort entlang eines früheren Schleppliftes schafften wir noch ca. 300Hm, bevor uns starke Windböen zum Umkehren bewogen. Nach einer Rast auf der bewirschafteten Hütte hattebn wir unseren Gipfelmiserfolg verdaut und durften das Abenteuer einer selektiven Waldabfahrt erleben. Erstaunlicherweise benötigte unsere Schneeschuhgeherin mit Kaiserschmarnbalast unwesentlich länger für den Abstieg.

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Da uns die Schnee und Wetterfee nicht immer hold gewesen ist, haben wir beschlossen nächstes Jahr spontan gute Bedingungen zu nutzen incl.  einer Unterkunft inkl. Frühstück.  Eine Rückkehr in die landschaftlich phantastischen Pragser Dolomiten werden wir einplanen.

Teilnehmer: Ruth, Werner, Lukas, Gerd, Rudi, Christiane, Claudia, Thomas