Für dieses entspannte, lange Wochenende hatten wir uns in eine gemütliche Alm bei Wiedemannsdorf eingemietet. Nach einer knappen halben Stunde Weg war man bei der Alm, die auf ca. 925 m liegt, angekommen. Der Freitag war der Anreisetag, hier wurden Fahrgemeinschaften gebildet. Die ersten konnten bei herrlichem Herbstwetter die sagenhafte Aussicht von der Salmaser Höhe, 1.254 m, ins Konstanzer Tal, sowie auf die Nagelfluhkette genießen. Bei Einbruch der Dunkelheit kam dann noch der Sonnenuntergang dazu, langsam trudelten auch die Letzten noch bei der Unterkunft ein. Die Lager wurden verteilt, Brotzeit gemacht und ein gemütlicher Hüttenabend in der Selbstversorgerhütte genossen.
Am Samstagmorgen rappelten sich die 12 Teilnehmer aus den Betten, nach einem frühen Frühstück stiegen wir hinab nach Wiedemannsdorf, setzten mit den Fahrzeugen nach Steibis um, um dort am Parkplatz zur Hochgratbahn unsere heutig geplante Tour zu starten. Wir starteten auf einer Höhe von 856 m, im Schatten eisig kalt, ließen die Bahn linker Hand liegen und machten uns zuerst auf den Weg zum Seelekopf, 1.663 m. Kurz unterhalb des Grates verließen wir den nordwestseitigen Hang, um unverhofft in gleißendes Sonnenlicht zu gelangen. Gleich gerieten die Temperaturen ins Wohlfühlniveau. Am Gipfel des Seelekopfes angekommen, wurde eine kurze Rast abgehalten, auf unserem weiteren Weg mussten die ersten Schneefelder überquert werden.
Unser Weg führte uns vorbei über die Scharte unterhalb des Staufener Hauses. Nun begann der Anstieg unseres eigentlichen Ziels, der Gipfel des Hochgrats, 1.832 m. Der Steig führte direkt am Grat entlang, steil hinauf, gottseidank schneefrei. Oben angekommen, erstreckt sich das Plateau des Gipfels überraschenderweise sehr großzügig. Bänke entlang des Gipfelkreuzes luden zum Verweilen ein. In stillem Gedenken dachten wir an unseren Simon, der im September von uns gegangen ist und die eine oder andere Träne machte sich wieder auf den Weg.
Eigentlich war der Abstieg über den Brunnenauschartensteig geplant gewesen, doch ein Blick hinab zum schnee- und eisbedeckten Kehrensteig, sowie das Abraten von heraufkommenden Wanderern ließ uns umdisponieren. Wir wählten den etwas langweiligeren Schotter-Versorgungsweg, der aber komplett schneefrei war. Kaum im Schatten angekommen, wurde es auch schon empfindlich kühl. Unten am Parkplatz angekommen, mussten wir wieder zurück nach Wiedemannsdorf fahren.
Nach gut 1000 Höhenmetern wurde mit müden Beinen der Gegenanstieg bewältigt, genau bei Sonnenuntergang erreichten wir unser Quartier. Ein gemeinsames Kochen rundete den gelungenen Bergtag ab.
Leider hatte der Wetterbericht recht behalten, der Sonntag war wolkenverhangen, Nieselregen war zudem angesagt. Nach einem gemütlichen Frühstück erkundeten wir zuerst das Schatzloch, eine kleine Höhle, die auf 1.025 m Höhe liegt. Dann führte uns die ausgesuchte Route auf mehrheitlich weglosem Gelände hinauf zur Salmaser Höhe, 1.254 m, wo uns ein unangenehmer Wind und Nieselregen erwartete. Ein kurzes Gipfelfoto und schon marschierten die Zwölf wieder Richtung Tal. Zurück bei der Alm wurden die Reste vertilgt, im Anschluß die Hütte geputzt, verschlossen und schon ging es ab Richtung Wiedemannsdorf. Ein entspanntes Herstwochenende mit moderaten Touren ging Zuende.