Zusammen mit der alten Anlage, die bereits 2018 installert wurde, wird sie demnächst jährlich ca. 59.000 kWh grünen Strom erzeugen und somit einen großen Teil des von der Kletterhalle benötigten Stroms. Die Gesamtleistung beträgt 61 kWp, wovon 52 kWp auf die neue und 9 kWp auf die alte Anlage entfallen. Mit dieser deutlichen Steigerung leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und reduzieren darüber hinaus unsere Stromkosten langfristig erheblich.
Arbeitspakete und Herausforderungen
Die wesentlichen Blöcke unserer Arbeiten waren u.a. Detailbespechungen mit den Photovoltaik-Unternehmen, gemeinsame Dachbesichtigungen, Berechnungen der Dachstatik für die geplante PV-Anlage, Festlegung des Kabelweges zwischen dem Technikraum (Kletterhalle) und dem Dach der Boulderhalle, Anpassung der Blitzschutzeinrichtung, Bewertung und Vergleich der Angebote sowie Beantragung einer Förderung. Die Gründe, warum es lange gedauert hat, sind vielfältig. Von diesen wollen wir hier nur einen erwähnen: Ursprünglich wollten wir eine noch größere Anlage installieren lassen, aber das "Flachdach" der Kletterhalle machte uns einen Strich durch die Rechnung. Das Dach ist nur im mittleren Bereich flach, hat aber einen Anstieg in Richtung der Ränder. Obwohl wir mehrere Unternehmen kontaktierten, war keine der Firmen bereit, in den Bereichen mit einem Gefälle die Anlage zu installieren. Grund: Rutschgefahr im Laufe von mehreren Jahren. Eine Verankerung auf dem Untergrund kommt nicht infrage, weil man die Dachabdichtung (Kunststoff-Folie) nicht beschädigen darf. Diese Prozedur hat uns viel Zeit gekostet.
So haben wir uns entschieden, die alte Anlage, die den mittleren flachen Bereich belegte, aufs Dach der alten Boulderhalle umzuziehen und den frei gewordenen Platz für die neue Anlage zu nutzen. Vor diesem Umzug wurden die alten Module bezüglich ihrer Funktion untersucht. Ein kleiner Teil der neuen Anlage wurde ebenfalls auf dem Dach der Boulderhalle installert.
Die Bilder oben zeigen zum einen die Module der PV-Anlage auf dem Dach der alten Boulderhalle (neue Module auf der rechten Seite, Bild 1), zum anderen die neuen Module auf dem Dach der Kletterhalle (Bilder 2 und 3).
Die ideale Ausrichtung
Auf dem Flachdach der Kletterhalle wurden die Module aufgeständert, d.h. auf eine Halterung (Unterkonstruktion) montiert, die den besten Neigungswinkel bezüglich der optimalen Stromausbeute ermöglicht. Für die Stabilität ohne Dachdurchdringung sorgen Betonplatten als Beschwerung. Im Vergleich zu der alten Anlage hat die neue auf dem Flachdach keine Südausrichtung, sondern die Module sind hier in Richtung Ost-West aufgeständert. So können sie dicht hintereinander aufgestellt werden, immer abwechselnd Ost und West, ohne die Gefahr einer gegenseitigen Verschattung. Dies ist ein markanter Vorteil gegenüber der Südausrichtung, weil wir dadurch die zur Verfügung stehende flache Fläche viel effektiver nutzen konnten, d.h. wesentlich mehr Module installieren ließen. Eine Südausrichtung erfordert hingegen einen angepassten Abstand zwischen den Modulen, um gegenseitige Ver-schattung zu vermeiden.
So haben wir auf dieser ebenen Fläche des Kletterhallen-Daches Module mit einer Gesamtleistung von etwas mehr als 39 kWp anstelle der bisherigen 9 kWp mit der alten Anlage. Natürlich ist dabei auch zu beachten, dass die neuen Module wesentlich leistungsfähiger sind als die alten.
In der Südausrichtung ist die Stromerzeugung über die Mittagszeit am höchsten, wobei es zu einer Überproduktion kommen kann. Morgens und abends ist sie deutlich geringer. Hingegen ist bei der Ost-West Ausrichtung die Energiegewinnung über den ganzen Tag gleichmäßiger verteilt. Unsere Kletterhalle ist ganztägig offen und braucht auch morgens und abends Strom, nicht nur mittags. Insgesamt wird die Wirtschaftlichkeit der Anlage besser, weil dadurch der Eigenverbrauch größer ist.
Die Steuerung der gesamten Anlage, also den Modulen auf der Kletterhalle und der Boulderhalle, erfolgt nur über einen Wechselrichter, der sich im Technikraum befindet. Deswegen war eine Kabelverbindung zwischen dem Technikraum und dem Dach der alten Boulderhalle notwendig. Die Festlegung der Kabelstrecke und die Installation waren aufwendig.
Klimaschutz als Teamarbeit
Das Projekt erforderte eine intensive Zusammenarbeit zwischen dem Vorstand, der Leitung der Kletterhalle, den Kletterhallen-Referenten, der Geschäftsstelle, den Photovoltaik-Unternehmen, dem Statiker, der Blitzschutzfirma und den Kolleginnen und Kollegen, die uns mit Rat und Tat geholfen haben. Dafür danken wir allen!
Text: Recai Sezi.