© Frauen Alpin / Henna Kankare

Schobergruppe mit Spurarbeit, Sturm und Hüttenzauber

Zu fünft brachen wir von Augsburg aus auf um den Schober auf Ski zu durchqueren. Die Lawinenwarnstufe lag bei 2. Sicher war, dass wir die Elberfelder Hütte erreichen würden – ob wir allerdings am nächsten Tag wieder zurückkommen, war zunächst unklar, da sich eine Wetterverschlechterung ankündigte. Der Wirt vom Lucknerhaus stellte uns Bergführer Lucas, den Hüttenwirt der Elberfelder Hütte, vor, der zufällig am Nachbartisch saß. So bekamen wir wertvolle Tipps für die Routenwahl. Am Abend stand schließlich fest: Wir würden über die Gridenkarköpfe aufsteigen, mit einer südseitigen Abfahrt ins Kesselkeeskar und von dort weiter über die obere Terrasse zur Hütte. Der Spaß beim Spuren lag komplett bei uns – und es ist immer wieder ein Erlebnis, bei sonnigem Wetter die ersten Spuren in den unberührten Schnee zu ziehen.

Kurz nach unserer Ankunft traf auch Lucas ein und öffnete freundlicherweise den Getränkekeller. ;) Nach einer kurzen Pause machten sich drei von uns noch auf den Weg, um die Route zur Gössnitzscharte für das nächste Jahr zu erkunden. Absolute Ruhe und eine beeindruckende Bergkulisse belohnten uns und machten den Tag perfekt.

Der Abend wurde sehr gemütlich dank Gisas gewichtsoptimierten asiatischen Kichererbsensugo, Helias Maronentiramisu mit Schneehaube und die Schappsrunden von Lucas. 

Am nächsten Morgen starteten wir kurz nach sechs Uhr bestens vorbereitet in den Rückweg, mit dem GPS-Track vom Vortag. Starker Wind und Kälte begleiteten uns. Kurz vor dem Gipfel holten wir Steigeisen und Pickel aus dem Rucksack, um trotz Wind sicher aufzusteigen. Der durch Windböen verursachte Skiverlust wurde mit extra Höhenmeter auf die Uhr und später im Tal mit Kaffee und Kuchen vergütet. Die Abfahrt im Whiteout blieb spannend (Berwertung 8/10 auf der Lucas-Skala, kein Bruchharsch).

Der Tag fand seinen perfekten Abschluss mit einer Sauna und einem wohlverdienten Drei-Gänge-Menü.

Am Sonntag, beim Schneefall, bestiegen wir schließlich noch unseren „Schlechtwetterberg“ – den Weißen Knoten.

Und wieder einmal zeigte sich: In den Bergen läuft selten alles nach Plan – aber genau deshalb werden die besten Geschichten daraus.