Aufstieg nach St. Margarethen | © DAV Augsburg Senioren

Von Brannenburg auf die Rampoldplatte

Von Brannenburg auf die Rampoldplatte war das Ziel der ÖPNV-Tour 26-296 am 25.09.2026. Die Tour sollte einschließlich Pausen siebeneinhalb Stunden dauern. Um unvorhergesehene Verspätungen, langsames Vorankommen oder eine lange Einkehr abzupuffern, fuhren die 11 Teilnehmer*innen unter Führung von Wanderleiter Ernst früh um 6:38 Uhr mit dem Regionalexpress von Augsburg zum Münchener Hauptbahnhof, dann mit der Regionalbahn weiter nach Brannenburg und mit einem Linienbus zur Talstation der Wendelstein-Zahnradbahn – bis dahin alles pünktlich! Bei strahlendem Spätsommerwetter begannen wir um 8:50 Uhr unsere Wanderung. Zunächst ging es über Wiesen hoch nach St. Margareten (630 m), wo wir eine kurze Pause zum Umziehen, Trinken einlegten und einen kurzen Blick in die spätgotische Dorfkirche warfen.

Nach einer kurzen Strecke auf einem Teersträßchen ging es hinter dem Weiler Krapf zuerst auf einem steilen Karrenweg über Weiden mit Kühen und Pferden in Richtung Breitenberghütte. Unsere Blicke schweiften über das morgendliche Inntal zu den Chiemgauer Bergen. Dann führte uns der Hubert-Stützl-Steig durch Wald weiter steil bergan bis wir an der Breitenberghütte (980 m, leider wegen Betriebsurlaub geschlossen) wieder freies Gelände erreichten. Drei Ruhebänke kamen wie gerufen für eine ausgiebige Rast nach knapp 500 anstrengenden Höhenmetern. Auf einem Forstweg ging es nun flacher durch Wald zur Lechneralm. Jungvieh weidete auch hier noch auf ca. 1.200 Metern. Vor uns bauten sich die steile Flanke unseres Ziels, der Rampoldplatte und ihre südlichen (und schwierigeren) Nachbarn Lechnerkopf und Hochsalwand auf. Hinter der Almhütte zog sich der Pfad schräg hoch zu einem Gratrücken, der uns nach wenigen Metern eben zur Rampoldplatte (1.422 m) führte. Nach einer kurzen Kletterei im 1. Schwierigkeitsgrat standen wir auf dem Gipfel. Was für eine wunderbare Rundsicht: Im Norden die oberbayerische Hochebene mit Rosenheim, Inn und Simssee. Chiemsee und die Chiemgauer Berge schlossen sich im Osten an. Dahinter zeigten sich die Berchtesgadener Alpen, die Loferer und Leoganger Steinberge, das Kaisergebirge und im Süden die Hohen Tauern, aus denen Großklockner und Großvenediger herausragten. Der Wendelsteingipfel mit dem Observatorium lugte gerade noch hinter der Hochsalwand hervor, und im Westen stand der Breitenstein als mächtiger Klotz. Einige Gleitschirmflieger starteten von einem nahen Wiesenhang und drehten einige Runden um den Gipfel. Nach einer ausgiebigen Gipfelrast und obligatorischen Gipfelfotos stiegen wir zunächst steinig, dann über steile Wiesen nach Norden zur Schubräualm ab, auf deren Terrasse wir eine wohlverdiente Mittagspause einlegten. Dann ging es auf einem bequemen Forstweg entlang des Kirchbachs weit hinunter ins Tal und zum Bahnhof Brannenburg. Zwei Stunden früher als geplant brachten uns Regionalzüge zuerst zurück nach München und weiter nach Augsburg, wo wir pünktlich um 18:16 Uhr ankamen. Ein schöner Wandertag zu einem weitgehend unbekannten Aussichtsgipfel ging zur Zufriedenheit aller Teilnehmenden zu Ende.

Ernst Kundinger